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Ermittlungen gegen Auktionator : Unter Verdacht

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Zwischen Dezember 2011 und April 2012 verschwanden etwa tausend Bücher aus der Biblioteca dei Girolamini in Neapel. Nun ermittelt Italien gegen einen Münchner Auktionator wegen Hehlereiverdacht.

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          Der Geschäftsführer des Münchner Auktionshauses Zisska & Schauer Herbert Schauer sitzt in Untersuchungshaft. Gegen ihn wurde ein europäischer Haftbefehl erlassen. Der Antrag kommt aus Italien. Dort wird ihm vorgeworfen, er habe sich der Hehlerei schuldig gemacht. In einer Mitteilung des Auktionshauses zeigt man sich „erschüttert“ und weist alle Vorwürfe zurück. Herbert Schauer wird im Zusammenhang mit einem eigentlich bereits abgeschlossenen Verfahren beschuldigt. Der ehemalige Direktor der Biblioteca dei Girolamini in Neapel Massimo De Caro wurde im Frühjahr zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, weil er zwischen Dezember 2011 und April 2012 etwa tausend Bücher aus der Bibliothek entwendet und verkauft haben soll. Öffentlich gemacht wurde das Verschwinden der Bücher am 17. April 2012.

          In welcher Verbindung aber soll Zisska & Schauer mit diesem Vorfall stehen? Im Mai 2012 plante das Auktionshaus seine traditionelle Versteigerung mit Büchern. Das Angebot war hochkarätig. Die Schätzungen gingen hoch bis auf 200.000 Euro, da zum Programm ein Konvolut gehörte, das nach Auskunft des Hauses, so vermutete man damals, aus einer „Schweizer Sammlung“ stamme. Am Vorabend der Auktion, am 8. Mai 2012, wurden vom Bayerischen Landeskriminalamt vierzehn Lose wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse beschlagnahmt. Das bestätigt Wolfgang Lacher, der Schauer als Geschäftsführer bis zur Klärung des Falls vertritt: Daraufhin habe man die gesamte Sammlung, bestehend aus 400 Losen, aus der Auktion genommen. Der Verdacht der Polizei lautet: Sie stamme aus der Bibliothek in Neapel. Bewiesen sei das allerdings bis heute nicht, die Bücher befänden sich immer noch in München, sagt Lacher. Die italienische Justiz werfe Schauer eine „moralische Mitwirkung bei bandenmäßigem Diebstahl“ vor. Eine Entscheidung über die Auslieferung muss das Oberlandesgericht München treffen.

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