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Ergebnisse bei Stahl : Teure Damen

  • -Aktualisiert am

Die Herbstauktion bei Stahl in Hamburg verzeichnet beschwingte Ergebnisse: Mit kräftigen Farben bittet Karl Friedrich Gotsch zum Tanz und eine elfenbeinerne Ente gibt dem neuen Besitzer ihr Glückversprechen.

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          Es war ein hübsches kleines Aquarell mit Damen in Kleidern des späten 19. Jahrhunderts in einer Landschaft, unleserlich signiert und im Herbstkatalog von Stahl in Hamburg auf 50 Euro beziffert. Während der Auktion stritten sich gleich vier internationale Telefone darum, ein französischer Anrufer war schließlich - bei neunzigfacher Taxe - mit seinem Gebot von 4500 Euro für das 28 mal 31 Zentimeter messende Blatt erfolgreich. Er verriet, es handle sich um einen russischen Künstler, über den Stahl jedoch in der Zwischenzeit noch nichts Näheres in Erfahrung bringen konnte.

          Überraschungen aus dem 19. Jahrhundert

          Unter den weiteren überraschenden Preissprüngen war eine brillant detailreich aquarellierte Choransicht des Regensburger Doms, 1874 vom Hilpoltsteiner Architekturmaler Friedrich Ebner geschaffen und nun von 350 auf 2800 Euro gehoben. Eine monumentale weite Flusslandschaft mit weidendem Vieh in luftigem Kolorit, in erfolgreicher Zusammenarbeit des Landschaftsmalers Jan Baptist de Jonghe mit dem Tiermaler Eugène Verboeckhoven in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden, ging für 13.000 Euro (Taxe 12.000) an ein ausländisches Telefon. Erfolgreichste Lose beim 20. Jahrhundert waren Friedrich Karl Gotschs flammendes Ölbild "Der Gott und die Bajadere" von 1963 für 20.000 Euro (19.000) und Pechsteins lavierte Federzeichnung "Stillleben mit afrikanischer Figur" von 1912 für 11.000 Euro (9000).

          Ein süddeutscher Sammler sicherte sich zwei norddeutsche Spätexpressionisten: Erich Hartmanns "Landschaft mit Bäumen" von 1930 für 6000 (4500) und Karl Kluths heftigen "Akt und Fenster" von 1958 für 9000 Euro. Bei den Möbeln bewilligte ein deutscher Sammler 4000 Euro (2500) für die exquisit noble Jugendstilzimmereinrichtung des in Auschwitz ermordeten Friedrich Adler, dessen OEuvre bereits das erste Leuchten des Art déco durchschimmern lässt. Bei den Asiatika schließlich hatte die rare, große japanische Okimono-Glücksente, in der Meiji-Periode aus Elfenbein geschnitzt, einen norddeutschen Sammler so entzückt, dass sie für 14.000 Euro (10.000) nun auf seinem Teich eine neue Heimat finden wird.

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