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Design : Nur ein Werk für die Wand

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Alpaka bezeichnet nicht nur ein Tier und seine Wolle, sondern auch ein Metall. Das zeigt der Blick in den Katalog der Designauktion bei Quittenbaum in München. Und wie ein Werk von Gabriele Münter aus der Reihe fällt.

          Um Tischkultur geht es diesmal in Quittenbaums Auktionsreihe "Höhepunkte der Designgeschichte" am 7. Dezember in München. Von Josef Hoffmanns Blumenvase, bestehend aus vier Trichtern, als einem von nur vier 1904 aus Alpaka geschmiedeten, versilberten Exemplaren (Taxe 40.000/50.000 Euro) schlägt das Angebot den weiten Bogen bis zu Christian Pattes Tisch von 2005, in dessen Glasplatte Tausende Swarovski-Kristalle glitzern (9000/12.000).

          Hohe Sitzkultur am Tisch garantieren zwei Stühle Kolo Mosers mit Taubenmotiv und Perlmutteinlagen in der graden Rückenlehne, die mit 40.000 bis 50.000 Euro beziffert sind. Edle Herkunft attestiert der Katalog zwei Weißenhofstühlen Mies van der Rohes von 1927 in früher Ausführung: Sie sollen in der Galerie Gerd Rosen am Berliner Kurfürstendamm gestanden haben (mit Armlehnen 15.000/18.000, ohne 6000/8000).

          Silberbestecke von Heinrich Vogeler für Fisch und von Bernhard Hoetger oder Heinrich Duve für alles Übrige werden noch durch das silberne, je sechs Kerzen tragende Menschenpaar der "Amberg'schen Figurenleuchter" (29.000/34.000) überstrahlt. Ein Speisezimmer aus Eiche nach Entwurf Bruno Pauls von 1907 kommt in vier Lose geteilt zum Aufruf: Anrichte, Buffet, Kredenz und schließlich der mit 4000 bis 6000 Euro am höchsten bewertete Tisch mit neun Stühlen.

          Wie viel energiesparende Kochkisten noch zu echter Tischkultur beizutragen haben, ließe sich mit zwei Exemplaren des De-Stijl-Entwerfers Piet Zwart testen (900/1100). Ein Werk für die Wand ergänzt das Angebot: Münters Ölbild "See am Ostertag" von 1935 ist im Arbeitsheft der Künstlerin dokumentiert und soll ins Werkverzeichnis aufgenommen werden (130.000/160.000).

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