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Design : Flügelwesen im Wohnzimmer

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Diese Stühle sind mehr als eine Sitzgelegenheiten. Bei von Zezschwitz in München werden „Seats“ versteigert und auch Quittenbaum bietet in einer Design-Auktion ausgewählte Exemplare. Ein Blick auf das Angebot.

          Sogar ein Betstuhl für zu Hause steht in der Auktion mit „Seats“ bereit, die von Zezschwitz am 30. Juni in München einzig Sitzgelegenheiten widmet. Das Jahrhundertwendestück hat ein Polster für weiches Knien, und man schätzt es auf achtzig Euro. Damit ist es die Ausnahme unter rund 260 Losen aus den Ateliers berühmter Designer vom 19. Jahrhundert bis heute. Mit Schinkel geht es los: Seine gusseiserne Gartenbank von 1836, auf Bocksfüßchen und mit geflügelten Wesen im Rücken, scheint preußisch hart, aber klassizistisch elegant (Taxe 7500 Euro).

          André Dubreuils „Spine Chair“, ein volutenschlagender Zwitter aus Violinenhals und Rückgrat, lädt auch auf eisernes Gestänge (vor 1988; 4000). Wenn es nach Sitzkomfort geht, meinte es die Wiener Schule besser: Otto Wagner, Gustav Siegel, Josef Hoffmann belegten viele ihrer klaren Holzkonstruktionen mit flachen Polster, ebenso wie Kolo Mosers 1901 entwickelte Gruppe aus Bank und zwei Stühlen (16.500). Jugendstil aus Deutschland kann viele Wünsche erfüllen, denn von manchem Modell sind zwei oder mehr Exemplare im Angebot, zum Beispiel von Henry van de Velde, Peter Behrens, Joseph Maria Olbrich, Hans Christiansen oder Patriz Huber.

          Die Bauhauszeit dominieren Stahlrohrmöbel. Mies van der Rohes tritt mit einem Freischwinger „MR 40“ von 1931 im Originalzustand (6800) an. Beim Ausflug in die Angewandte Kunst sehen wir den Maler Rupprecht Geiger: 1953 zeichnete er Freunden eine Polstersitzgruppe mit Tisch, organisch, großformig, bequem (Unikat; 8000). Dass Nomen Omen sei, wünscht man nicht für Ron Arads „bad tempered“- Stuhl (Prototyp, 6000); sehr hingegen im Falle von Verner Patons Schaukelstühlen „Relaxer“ (je 700).

          Quittenbaum hält am 28. Juni seine Frühjahrsauktion für Design ab: Hier schafft es Stefan Wewerka mit „Classroom Chair“ auf den Katalogtitel. Das Multiple eines wegen zweier „weggerutschter“ Beine nicht zum Sitzen geeigneten Stuhls peilt 4000 bis 6000 Euro an. Reizvoll wirkt eine Werbefigur aus der Stuttgarter Weißenhofsiedlung, um 1927 im Bauhausstil aus Sperrholz (3000).

          Ähnlicher Geist bestimmt Claudia Rahayels Wandobjekt „Ziel aller Bemühungen. . .“, eine Schwebefigur in fünf Teilen von 1988 (3300/4000). Mit Lampen, Uhren und Möbeln versorgt die Offerte ihre Kunden. Nicht zu vergessen Spielzeug: Gans, Nilpferd und Nashörner aus Renate Müllers therapeutischer Stofftierserie (400) wetteifern mit einer bizarren Spielerei für Erwachsene: Dimitri Omersa schuf den Barschrank „Elefant“, lebensgroß und aus Leder (3000/4000).

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