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Bücher und Kunst : Weltekel eines Malers

Bei Jeschke Van Vliet in Berlin wird diesmal auch ein eigenwilliges Erinnerungsstück versteigert: Dass sie „vom echten Schädel“ stammen sagt die Überlieferung zu ein paar blonden Haaren - angeblich Friedrich Schillers.

          Bei Jeschke Van Vliet kommen am 20. November 700 Lose antiquarischer Bücher zum Aufruf und weitere 300 mit Kunst. Teuerstes Objekt bei den „Alten Drucken“ ist die mit 141 Holzschnitten illustrierte zweite Ausgabe der Fabeln des Aesop mit dem Kommentar von Sebastian Brant: Schätzpreis 90.000 Euro. Ein Sammelband mit 58 Fotos, die der englische Orient-Reisende Francis Frith um 1860 in Ägypten aufnahm, wird für 6000 Euro angeboten und Theodor Herzls „Judenstaat“ für 5000 Euro.

          Camilla Blechen

          Redakteurin im Feuilleton.

          Ein seit hundert Jahren verschollener Brief Goethes an seinen Schwager, den Weimarer Schriftsteller Christian August Vulpius, ist mit 4500 Euro beziffert. Eine Probe von Schillers blonden Haaren, der Überlieferung nach „vom echten Schädel“ des Dichters, wartet bei 2400 Euro auf Angebote. Wiederverkäufern empfohlen wird bei 9000 Euro ein Erwerb der Musikbibliothek des 1989 gestorbenen Kritikers und Hochschuldozenten Carl Dahlhaus.

          Weltekel spricht aus den ermüdeten Zügen des Malers Werner Tübke, dessen kleines „Selbstbildnis mit roter Baskenmütze“ für 35.000 Euro zur Disposition steht. Entstanden ist es 1981, unmittelbar vor Beginn der acht Jahre währenden Arbeit am monumentalen Wandbild für das Bauernkriegspanorama in Frankenhausen. Der bei Jeschke Van Vliet schon länger als „Hauskünstler“ gepflegte Nicolas Tarkhoff ist mit einer um 1905 entstandenen Ansicht der Pariser Place du Maine zur Taxe von 45.000 Euro vertreten.

          Von Othon Friesz, den Paul Cassirer 1913 als prominenten ausländischen Gast zur Jahresausstellung der Berliner Secession eingeladen hatte, stammt das Spätwerk eines von Flaschen und Dosen bedrängten Anemonenstraußes (Taxe 18.000 Euro). Friesz' Landsmann und Stilgefährte Paul Sérusier malte 1924 einen Rosenstrauß vor befremdlich düsterem Hintergrund (12.000).

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