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Bücher und Graphik : Hinterm Spiegel

Die ganze Welt in feinstem Tiefdruck und die Bibel von König Wenzel I.: Ein Blick auf das Angebot mit Büchern und Graphik bei Jeschke Van Vliet in Berlin.

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          Mit sechzehn bibliophil begehrten „Aldinen“ beginnt am 18. Januar die Buchauktion bei Jeschke Van Vliet in Berlin. Die alten Drucke entstammen der venezianischen Offizin von Aldus Manutius & Andreas Soceri, die satirische Werke der römischen Schriftsteller Juvenal und Persius Flaccus im handlichen Taschenformat edierten (Taxe 9000 Euro). Sechzig altkolorierte Kupfertafeln umreißen den kartographisch erschlossenen Erdkreis in Form eines Weltatlanten, den der Amsterdamer Justus Danckerts gegen Ende des 17. Jahrhunderts herausgab (15.000).

          Camilla Blechen

          Freie Autorin im Feuilleton.

          Aktuelles Interesse erwecken dürfte ein Tafelwerk zur Topographie Afghanistans: Der 1923 auf Persisch in 500 Exemplaren erschienenen Erstausgabe ist eine 1926 in Taschkent herausgebrachte russische Übersetzung beigegeben, außerdem ein Faksimile in französischer Sprache von 1979; die Schätzung für das Trio beträgt 8000 Euro. Die Kostbarkeit der mit imposanten Miniaturen geschmückten Bibel König Wenzels I. lässt sich an einer mit 9000 Euro bezifferten Nachbildung von 1981/88 überprüfen.

          Eine Blütenlese von Originalgraphik aus dem Periodikum „Derrière le Miroir“, das zwischen 1946 und 1982 von der Pariser Galerie Maeght betreut wurde, ist auf 15.000 Euro taxiert; der potentielle Käufer gewinnt Lithographien von Braque, Miró, Giacometti und vielen weiteren Vertretern der Klassischen Moderne. Als Wegweiser durch die amerikanische Pop-Art empfiehlt sich Walasse Tings legendäres „1 Cent Life“ von 1964 (1800). Unter die Varia eingereiht, erscheint eine Serie von Glas-Lichtbildern zum Untergang der „Titanic“; in Verbindung mit einem monströsen Projektor kostet das Kuriosum 4000 Euro.

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