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Brunis Benefizauktion in New York : Kleine Schwarze

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Carla Bruni gibt ihren Namen, Designer ihr Gestaltungsgeschick und Swarovski Strasssteine. Das Ergebnis sind zweiundzwanzig Cocktailkleider. Bald werden sie in New York bei einer Benefizauktion versteigert.

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          Nicht als Chanson-Sängerin, sondern als Topmodel ist die elfenhafte Carla Bruni berühmt geworden, bevor sie den französischen Präsidenten geheiratet hat. Und wie es sich für eine First Lady gehört, engagiert sie sich für wohltätige Zwecke. Man könnte meinen, Lady Di sei ihr dabei ein Vorbild, doch das neue Enthüllungsbuch über sie enthält auch eine Spitze gegen die englische Prinzessin. Als ein französischer Fotograf Bruni in einem afrikanischen Krankenhaus mit einem Baby auf dem Arm „à la Lady Di“ ablichten wollte, habe sie abgelehnt: Es sei doch obszön, sich so zu vermarkten.

          Am 21. September wird Madame Bruni-Sarkozy als Schirmherrin einer Benefizauktion auftreten, die Designer vereint, deren Mode sie einst selbst auf internationalen Laufstegen vorgeführt hat, zum Beispiel Valentino, Gaultier und Givenchy. Die Auktion bei Phillips de Pury & Company, in Zusammenarbeit mit Swarovski in New York, heißt „22 ways to say black“ und widmet sich ganz dem „kleinen Schwarzen“ – dem Kleid, das Coco Chanel schon in den zwanziger Jahren als „Uniform für alle Frauen mit Geschmack“ bezeichnet hat.

          Jedes der 22 Lose ist ein Unikat. Der Erlös kommt zu hundert Prozent der Krebshilfe zugute. Ob Bruni allerdings persönlich erscheinen wird, ist fraglich. Vor allem unterstützt sie das Projekt mit ihrem Namen. Die Firma Swarovski, 1895 von einem böhmischen Glasschleifer in Tirol gegründet und heute Marktführer im Handel mit Strass, wird in den Vereinigten Staaten noch immer vor allem mit kitschigen kleinen Kristalltierchen assoziiert. Nadja Swarovski, die Ururenkelin des Firmengründers, arbeitet daran, ihren Namen mit Luxus und Mode in Verbindung zu bringen.

          Die Vorschau zur Versteigerung fand zur New Yorker Fashion Week statt und präsentiert die textilen Wunderwerke stimmungsvoll in den industriellen Hallen von Phillips am West Side Highway. In Neonkonstruktionen oder vor Spiegeln und Scheinwerfern sind hier dieser Tage die Einzelstücke von Fendi, Lanvin, Valentino, Sonia Rykiel, Westwood, Thakoon, Azzarro, Alberta Ferretti, Catherine Malandrino, Gianfranco Ferré und ihrer Kollegen zu bestaunen, je in der Größe 34 oder 36.

          Vorne hochgeschlossen, dafür mit freiem Rücken

          Jedes der Kleider ist festlich, doch ihre Ausdrucksformen könnten unterschiedlicher kaum sein. Diane von Fürstenberg hat ihren Ruhm den bequemen femininen Wickelkleidern zu verdanken: Ihr neues schwarzes Cocktailkleid ist ein kurzes Wickelkleid aus einer dehnbaren glänzenden Baumwoll-Polyester-Mischung mit gerüschtem Saum. Der Gürtel aus Satin ist mit Swarovski-Elementen bestickt, ebenso die kurzen Spitzenärmel (Taxe 2000/3000 Dollar).

          Auch ihre New Yorker Kollegin Donna Karan bleibt ihrem Stil treu: Ein bodenlanges Kleid aus anschmiegsamer Viskose mit dezenter Schleppe wirkt von vorne hochgeschlossen – umso besser kommt der freie Rücken zur Geltung. 23 Schneiderinnen soll sie beschäftigt haben, um 2600 Steine und glitzernde Anhänger zu applizieren (8500/10.000).

          Ein knielanges Experiment von Vivienne Westwood

          Der 37 Jahre alte Pariser Gaspard Yurkievich hat früher für Gaultier und Thierry Mugler gearbeitet. Nun hat er sich von mittelalterlichen Motiven beeinflussen lassen und sie mit Streetwear gekreuzt: Sein kleines Schwarzes ist ein goldglänzendes Kettenhemd mit Kapuze, bei der man sich eine Johanna von Orleans mit der Sprühdose in der Hand vorstellen kann. Die Kopfbedeckung hängt bis über die Augen. „Meine Idee ist, dass man nur ihren singenden Mund sieht!“, erklärt Yurkievich (4000/6000).

          Marios Schwab, der 2003 an der Esmod-Schule in Berlin mit dem „Best Student Award“ ausgezeichnet wurde, hat den frechsten Entwurf geliefert. Von vorne ein figurbetontes Ripscocktailkleid, hält die Rückenansicht eine Überraschung bereit: Eine altmodische Tournüre, auch als „Cul de Paris“ bezeichnet, bauscht sich auf, und darunter prangt ein glänzender Halbmond aus kristallartigen Glassteinen; so aufdringlich wurde die Vorliebe für den Derrière selten gestaltet (1500/3500).

          Von Westwood schließlich stammt ein knielanges Experiment aus Satin-Rüschen und Schleifen, das mit silber- und goldschimmernden Metall-Elementen die Hüften und die Schultern betont. Hätte es zur Zeit von Queen Victoria schon Strafzettel und Politessen gegeben, so hätte ihnen keine Uniform besser gestanden als diese (5000/7000).

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