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Auktion : Beste Menschenfreunde

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Bonhams ist auf den Hund gekommen und versteigert über 150 Werke mit den beliebten Vierbeinern in New York. Ein Blick in den Katalog

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          Die Engländer sind bekanntlich verrückt nach ihren Hunden. Man denke nur an die heute noch populären Hunderennen oder die mittlerweile verbotene Fuchsjagd. Da verwundert es nicht, dass gut zwei Drittel der Einlieferungen für die Auktion „Dogs in Show and Field“ bei Bonhams aus Großbritannien stammen. Zwar findet die Versteigerung am 17. Februar in New York statt, doch das wird einen echten Liebhaber nicht aufhalten.

          Spitzenlose sind die großformatigen Ölgemälde von John Emms, sie steigen bis in den sechsstelligen Bereich: Die „Jagdhunde mit Terrier im Zwinger“ messen 121,9 mal 91,4 Zentimeter – und sind auf 150000 bis 250000 Dollar geschätzt. Der Brite Emms, der sich seit 1872 vermehrt mit Hunde-Motiven auseinandersetzte, gilt heute als einer der bekanntesten Vertreter seines Genres in England; er wird auch der „Guardi der Hundemalerei“ genannt. Emms’ „Der unbekannte Besucher“ (Taxe 80000/ 120000 Dollar) lässt nicht nur bekennenden Hundefans die Herzen höher schlagen. Die Fellstruktur und das Muskelspiel des Tieres sind dank der virtuosen Malweise klar zu erkennen, zudem kann das Bild problemlos zur Bestimmung der Rasse dienen: Bei den fünf Akteuren auf dem Gemälde handelt es sich eindeutig um Clumber-Spaniels, eine alte englische Rasse, die ihren Namen vom Herzog von Newcastle auf Schloss Clumber erhalten haben soll.

          Zwitterwesen mit Hundeköpfen

          Das Spektrum der angebotenen Hundedarstellungen ist ausgesprochen facettenreich, die meisten Lose stammen aus dem 19. und 20.Jahrhundert, also aus einer Blütezeit der Hundemalerei. Die Charaktere reichen von eindrucksvoll über possierlich bis hin zu kurios. Da gibt es eine Vielzahl von niedlichen Hundebabies, die ihre Umgebung erkunden. In George Derville Rowlandsons „His Master’s Pipe“ untersucht ein Welpe – kaum größer als die Gegenstände auf dem Tisch – die noch rauchende Pfeife seines Herrchens (5000 bis 7000 Dollar). Beim Briten John Hayes vergnügt sich der Nachwuchs von Hund und Katze gemeinsam mit einer überdimensionalen Krabbe; die Erwartung für „A Friend from the Deep“ liegt bei 2000 bis 3000 Dollar.

          Merkwürdiger geht’s bei dem Belgier Thierry Poncelet zu. Seine beiden Darsteller, „Major Poliakoff“ und „A Gentleman Labrador“, sind Zwitterwesen mit Hundeköpfen auf Menschenkörpern, die in adretten Uniformen stecken (Taxen von 3000 und 6000 Dollar). Wem das zu albern ist, der hält sich lieber an Maud Earls klassische Schönheiten. Die englische Malerin setzt den Hund nicht als Nutztier oder Accessoire in Szene, sondern erhebt ihn zum alleinigen Bildmotiv. Auf ihrem Gemälde „Greyhounds in a landscape“ sind drei Windhunde dargestellt. Den mittleren Hund hat man als Denwa identifizieren können, die Mutter von Dilwyn, der im Jahr 1914 den Waterloo Cup gewann. Maud Earls Bild stammt aus der Sammlung der Brüder Dennis, Industriellen mit einem Faible für Coursing, also Windhundrennen; es soll 12000 bis 18000 Dollar erzielen.

          Wer allerdings denkt, der Hund an sich als Sujet wäre überholt oder eben nur etwas für Engländer, der irrt: Aus dem Jahr 1999 stammt das Triptychon „Lake Shore“ des amerikanischen Künstlers William Wegman, das er mit seinen längst berühmten Weimaranern inszeniert hat. Als letztes von mehr als 150 Losen wird es für 5000 bis 7000 Dollar angeboten.

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