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Autographen und Bücher : Für Petronella

  • -Aktualisiert am

Das Haus Venator & Hanstein kann mit seinen Frühjahrergebnissen zufrieden sein. Handschriften, Bücher und Autographen locken die Liebhaber nach Köln: Darunter rare Blätter aus dem Kloster Sankt Clara.

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          Herzogin Orgeluse bittet den Artusritter Gawan um Verzeihung: Diese Szene aus Wolfram von Eschenbachs „Parzival“ ist auf einem Einzelblatt nachzulesen, dass jetzt bei Venator & Hanstein in Köln einen erstaunlichen Zuschlag bekam. Das bisher unbekannte Fragment einer Handschrift aus dem 13. Jahrhundert war auf 8000 Euro geschätzt, erreichte jedoch bei der Frühjahrsauktion 24.000 Euro. Nicht nur dieser Erfolg verhalf dem Haus zu einer Umsatzsteigerung von mehr als fünfzig Prozent im Vergleich zur Vorjahresauktion. Weitere hohe Gebote konnten in allen Abteilungen verzeichnet werden: Die Erstveröffentlichung von Gregor Mendels „Versuche über Pflanzen-Hybriden“ aus dem Jahr 1865 weist zwar zu Anfang geringe Fingerspuren auf, konnte aber dennoch jenen Käufer überzeugen, der 52.000 Euro (Taxe 20.000) dafür bewilligte.

          Handschrift aus Köln

          Zwei Blätter aus dem Petronilla-Graduale, einer Kölner Handschrift des 14. Jahrhunderts, erreichten zusammen 42.000 Euro (24.000): Auf Grund des Buchschmucks, des Blattformats und der enthaltenen Kryptosignaturen ließen sich die beiden Seiten zweifelsfrei zuordnen. Die Handschrift, von der nur noch dreizehn Blätter nachweisbar sind, ist im Kölner Klarissenkloster Sankt Clara zwischen 1320 und 1340 für dessen erste Äbtissin Petronella von Scherve angefertigt worden. Pressendrucke und illustrierte Bücher aus der Sammlung des Nadelfabrikanten F.B. Schmetz fanden nahezu vollständig ihre neuen Liebhaber: Die vierbändige Rilke-Ausgabe von Ignatz Wiemeler in makellos erhaltenen Einbänden ging für 38.000 Euro (9000) in eine norddeutsche Privatsammlung.

          Den Katalog für Moderne Graphik hatte das „Blaue Dreieck“ von Blinky Palermo geziert; das Werk wurde für 32.000 Euro (35.000) ins Ausland verkauft. Einen sensationellen Zuschlag erreichte Roman Opalkas Zeichnung „Detail 2316757-2319893“: Dem Sieger eines zähen Bietgefechts war das Blatt 26.000 Euro (6000) wert. Insgesamt spielte die Auktion einen Umsatz von zwei Millionen Euro ein - das ist eines der besten Ergebnisse in der Firmengeschichte des Versteigerungshauses überhaupt.

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