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Ausverkauf des Genius Loci : Die Bilder von Lucklum

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Einst hingen sie im Ordenssaal: Aus dem Rittergut Lucklum werden beim Auktionshaus Kastern in Hannover historische Porträts versteigert.

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          Eine einzigartige historische Porträtsammlung kommt am 24. April im Auktionshaus Kastern in Hannover zum Aufruf: Insgesamt 57 hochwertige Bildnisse aus dem Ordenssaal des Rittergutes Lucklum im Kreis Wolfenbüttel, das von 1263 bis 1809 Verwaltungszentrum des Deutschen Ordens in der Ballei (Provinz) Sachsen war. Die Porträts zeigen Angehörige des Braunschweiger Herzoghauses und ihre Ehefrauen, Hochmeister, Komture und Ritter des Deutschen Ordens aus den bekanntesten Familien Sachsens und Niedersachsens, darunter die von Stein, von der Schulenburg, von Reden, von Hardenberg, von Bülow und Grote.

          Zu den Künstlern zählen die hannoverschen Hofmaler Johann Georg Ziesenis und Gottfried Boy, ebenso Anton Graff und Anna Rosina Lisiewska (de Gasc). Die Schätzpreise pro Bild liegen zwischen 6000 und 28000 Euro. Zugegeben - das ist eine einzigartige Gelegenheit, museale historische Porträts zu erwerben. Aber manchem mag doch das Herz bluten, eine solch geschlossene Sammlung endgültig aus dem Zusammenhang des Genius Loci gerissen zu sehen.

          Fast befremdlich könnte es klingen, wenn man hört, dass der Erlös in die Sanierung und Sicherung des historischen Rittergutes fließen soll. Man fühlt sich an den kleinen Jungen erinnert, der eine Mark erhielt und sich davon ein Sparschwein kaufte, um die Münze sicher aufzubewahren. Aber es ist wohl die ewige und unlösbare Wahl, wie die sprichwörtliche zwischen Pest und Cholera: Sichert man das Gehäuse oder den Inhalt? Traurig, dass nicht beides möglich ist.

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