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Auktionen in London : Wo Gerhard Richter an der Spitze steht

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Von Twombly bis Warhol: Vorschau auf die Nachkriegskunst und Zeitgenossen bei Christie’s, Sotheby’s, Phillips und Bonhams in London.

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          Gleich im Anschluss an die Auktionen mit Impressionismus und Moderne folgen die Termine mit Nachkriegskunst und Zeitgenossen bei Phillips, Sotheby’s, Christie’s und Bonhams. Auch dort sind die Kataloge schlanker geworden, bieten aber durchweg Qualität. Phillips erwartet am 27. Juni für 31 Lose im „20th Century and Contemporary Art Evening Sale“ einen Umsatz von 10,21 bis 14,96 Millionen Pfund. Bei Sotheby’s werden am folgenden Abend 47 Lose mit einer Erwartung von 35,5 bis 50,2 Millionen Pfund aufgerufen, deutlich unter den vorangegangenen Frühjahrsauktionen: Im Juni 2014 spielte das Haus mit 59 Losen 93Millionen Pfund ein; im Juni 2015 stellten 58 Lose mit einer stolzen Gesamttaxe von 142 bis 202 Millionen Pfund das Angebot, der Umsatz lag nur knapp darunter. Bei der Abendauktion von Christie’s werden diesmal 45 Lose mit einer Erwartung von 40,33 bis 57,7 Millionen Pfund versteigert.

          Allerdings sind die Zahlen der Zeitgenossen-Auktionen nicht unbedingt vergleichbar, weil besonders die Gegenwartskunst seit dem vergangenen Jahr in immer neue, zusätzliche Auktionsformate integriert wird. Das Traditionshaus Christie’s feiert 2016 seinen 250. Geburtstag und hat aus diesem Anlass in der kommenden Woche zusätzlich die Abendveranstaltung „Defining British Art“ mit 37 Werken von Größen der britischen Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts für den 30. Juni angesetzt: Francis Bacons Leinwand „Version No.2 of Lying Figure with Hypodermic Syringe“ von 1968 gehört neben Lucian Freuds 168,3 Zentimeter hohem, intimem Porträt „IB and her Husband“ aus dem Jahr 1992 zu den Highlights, für die „in der Region von“ zwanzig und achtzehn Millionen Pfund erwartet werden, damit die höchsten Einsätze der Zeitgenossen-Woche. Freuds Bild seiner Tochter wurde 2007 zum damaligen Auktionsrekord von 19,3 Millionen Dollar verkauft.

          Unwiderrufliches Gebot

          Phillips setzt als Spitzenlos bei seinem Evening Sale auf ein „Untitled“ von Rudolf Stingel (Taxe 1/1,5 Millionen Pfund) – eine 241 Zentimeter hohe Leinwand in Pink und Silber, aus Stingels an historische Teppich- und Tapetenmuster angelehnter Serie. Marktfrisch ist sie nicht; denn ihr Einlieferer kaufte sie erst 2014 bei Massimo de Carlo in Mailand. Phillips mischt neuerdings unter seine Zeitgenossen Werke der Moderne und der Nachkriegskunst. Diesmal gehören „Femme, Oiseau, Étoile“ von Miró (400.000/ 600.000) aus dem Jahr 1943 dazu und eine Zeichnung von Egon Schiele. Seine „Männliche Figur nach rechts (Selbstporträt)“ aus dem Jahr 1909, ursprünglich in der Sammlung Leopold, soll 280.000 bis 350.000 Pfund erzielen. Zu den teuersten Losen gehören außerdem Domenico Gnolis Innenseite eines Damenschuhs, „Inside of Lady’s Shoe“ von 1969 (1/1,5 Millionen) und ein „Untitled“-Bild von 2009 aus der „Pie Fight“-Serie des Publikumslieblings Adrian Ghenie (350.000/450.000).

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