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New Yorker Auktionen : Unverkennbar abgespeckt

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Spitzenlose bei Sotheby’s

Die Erwartungen für die Abendauktion am 11. Mai bei der Konkurrenz Sotheby’s belaufen sich auf 201 bis 257 Millionen Dollar. Lediglich 44 Lose sind dort im Angebot - beinah ein drittel weniger als bei Christie’s -, zehn von ihnen sind mit einer Garantie versehen. Dafür haben es die drei Spitzenlose in sich: Den Anfang macht Francis Bacon mit seinen „Two Studies for a Self-Portrait“ aus dem Jahr 1970, versehen mit einer Erwartung von 22 bis dreißig Millionen Dollar. Marktfrische zeichnet die beiden, jeweils nur 35,5 mal 30,5 Zentimeter kleinen Gemälde aus, die sich mehr als 45 Jahre lang in derselben Sammlung befanden, nachdem sie bei Marlborough in London 1970 erworben wurden. Bekannt geworden ist das Selbstbildnis-Paar, das bisher nur zwei Mal und nach 1993 überhaupt nicht mehr ausgestellt war, durch das Cover von Milan Kunderas „Bacon. Portraits and Self Portraits“ von 1997.

Die zwei weiteren Highlights bei Sotheby’s stammen von Cy Twombly: „Untitled (New York City)“ von 1968 besitzt eine ähnliche Marktfrische wie Bacons Doppel-Selbstbildnis, ein Jahr nach seiner Entstehung wurde das große abstrakte Schrift-Bild vom Einlieferer bei der Galerie Leo Castellis in New York gekauft; auf Nachfrage ist das Gemälde auf vierzig Millionen Dollar geschätzt. Twombly nutzte dort, ganz untypisch für die Werke seiner „Blackboard“-Serie, keine weiße Farbe für die abstrakten Muster, sondern blaue. „Untitled (Bacchus 1st Version V)“ ist 36 Jahre später entstanden; das 266 mal 200 Zentimeter große Gemälde ist, ebenfalls auf Anfrage, mit einer Taxe von zwanzig Millionen Dollar beziffert. - Unter den 267 Losen der Tagofferte von Sotheby’s am 12. Mai befindet sich Elizabeth Peytons kleine Zeichnung „Pierre“ aus dem Jahr 2000. Dargestellt ist das Porträt einer schlafenden Frau mit braunen Locken in zarten Buntstiftstrichen auf einem Hotelbriefpapier (Taxe 25 000/35 000 Dollar).

Bonhams geht mit Pferdeplastiken ins Rennen

Auch bei Bonhams stehen am 12. Mai die Zeitgenossen im Fokus. Auffällig unter den 39 Lose der Auktion sind die beiden Pferdeplastiken der amerikanischen Bildhauerin Deborah Butterfield: „Bluebird“ von 2006 (60 000/80 000) und „Pali“ von 1992 (80 000/120 000), beide ein bis anderthalb Meter hoch. Während „Bluebird“ aus Stahl und Aluminium besteht, formte die Künstlerin bei „Pali“ ein Pferd aus Hölzern und Stöcken. Als Spitzenlos mit einer Taxe von 800 000 bis 1,2 Millionen Dollar werden Wayne Thiebauds „Two Hamburgers“ von 2000 offeriert. Insgesamt erwartet Bonhams vier Millionen Dollar für seine Auktion.

Brice Marden als Highlight bei Phillips

40.8 Millionen Dollar peilt Phillips am 8. Mai für 38 Lose an; zwanzig davon sind mit Garantien versehen. Martin Kippenbergers „Plusquamperfekt - gehabt haben“ von 1984 ist die witzige Darstellung einer Phantasiearchitektur aus Lebensmitteln, im Zentrum steht ein Haus aus Sülze, flankiert wird es von zwei Gewürzgurken (600 000/900 000). Marino Marinis übrigens garantierter „Cavaliere“ von 1947 ist auch nicht ohne Komik, seine mehr als einen Meter hohe Bronze stellt einen kleinen dicken Reiter dar, der mit aller Kraft versucht, sein Pferd unter Kontrolle zu bringen, für erwartete 900 000 bis 1,2 Millionen Dollar).

Das Spitzenlos der russischen Auktionsfirma ist Brice Mardens „Star (for Patti Smith)“, ebenfalls abgesichert durch eine Garantie: Drei Streifen, zwei schwarze säumen einen grauen in der Mitte, hat der Minimalist auf 172 mal 114 Zentimetern Leinwand gezogen. Lange Zeit gehörte das Bild laut Katalog zur eigenen Sammlung des Künstlers, bevor es die Matthew Marks Gallery erwarb; jetzt soll es fünf bis sieben Millionen Dollar erlösen.

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