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Auktion mit Büchern : Das Geheimnis der Seidenraupe

Von Alchemisten und Schmetterlings-Experten: Jeschke Van Vliet versteigert alte Drucke und illustrierte Bücher in Berlin. An der Spitze steht Robert Indianas Künstlerbuch „American Dream“.

          Die bibliophile Durststrecke bis zur Eröffnung der Antiquariatsmesse „Liber Berlin“ am 27. September überbrückt Jeschke Van Vliet am 12. Juli mit der Versteigerung von etlichen Hundert Büchern aus fünf Jahrhunderten. Unter den Alten Drucken firmiert, mit 4800 Euro beziffert, die 1536 in Straßburg erschienene Alchemie „Coelum Philosophorum“ des Freiburger Arztes Philip Ulstadt, dessen Vorschläge zur Destillation der unterschiedlichsten Rohstoffe von zahlreichen Holzschnitten begleitet werden. Der Vater des Astronomen Galileo Galilei, Vincenzo, verfasste ein halbes Jahrhundert später eine Abhandlung über die Beziehungen zwischen traditioneller Musik und den kompositorischen Schöpfungen seiner Zeit. Paul Jacob Marpergers Küchenlexikon, das „gesunde und ungesunde, nothwendige und entbehrliche“ Speisen auflistet, kostet 1600 Euro.

          Mehr als zweihundert Abbildungen von Pfirsichen, Pflaumen und Birnen begleiten die zwischen 1862 und 1875 in Paris erschienene Kernobst-Lese von J. M. Decaisne, die mit 5000 Euro zu Buche schlagen soll. Auf 3200 Euro geschätzt wird Marcel Malpighis 1633 in London edierte, erste wissenschaftliche Untersuchung der faszinierenden Metamorphosen von Seidenraupen. Leopold Joseph Fitzingers Bilderatlas zur Naturgeschichte der Amphibien mit zweihundert Darstellungen von Echsen, Fröschen, Schlangen und Krokodilen liegt bei 600 Euro. Eine Sammlung exotischer Falter, 1888 publiziert von dem Schmetterlings-Experten Otto Staudinger, ist für 400 Euro abrufbar.

          Unter den Künstlerbüchern behaupten Robert Indianas bildnerische Kommentare zum „American Dream“ die Spitzenposition von 9000 Euro. Bernard Buffets unvollständig angebotene „Jeux de Dames“, Lithographien mit Bezügen zur Lyrik von Verlaine, Rimbaud und Baudelaire, sind mit 3500 Euro beziffert. Für 800 Euro zu haben wären Eberhard Schlotters Farbradierungen zu Gedichten von Karl Krolow.

          Die thematische Spannbreite des Münchner Georg-Müller-Verlags belegen eine 1913 edierte Monographie über den AEG-Chefdesigner Peter Behrens (Taxe 1200 Euro), Frank Wedekinds von Alastair illustrierte Tragödie „Erdgeist“ (900) und Theodor Däublers Erstlingswerk „Nordlicht“ (700). Unter den Neuauflagen der Klassiker finden sich Hölderlins „Sämtliche Werke“ (1600) und die „Gesammelten Schriften“ des Dramatikers Jakob Michael Reinhold Lenz (1500): Diese Editionen zeichnen sich durch erlesene Umschlaggestaltungen aus, ein zusätzlicher Reiz für den Absatz anspruchsvoller Literatur.

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