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Impressionisten New York : In den satten Farben des Frühlings

  • -Aktualisiert am

Vorschau auf die New Yorker Auktionen mit Impressionismus und Moderne: Christie’s, Sotheby’s und Bonhams bieten mit ihren Offerten einen bunten Strauß an.

          Der Frühling lässt hier zwar noch auf sich warten, in den Auktionssälen von New York ist er aber angekommen. Dort präsentieren Sotheby’s, Christie’s und Bonhams ein farbenfrohes Bouquet aus Werken des Impressionismus und der Moderne. Am 9. Mai macht Sotheby’s mit seiner Abendauktion den Anfang. Ins Auge stechen zwei fauvistische Werke von André Derain und Maurice de Vlaminck und ein pointillistisches Bild von Paul Signac. Die Gemälde scheinen vor Leuchtkraft zu explodieren. Derains „Les Voiles rouges“ von 1906 ist das Spitzenlos bei Sotheby‘s, auf fünfzehn bis 25 Millionen Dollar wird das Ölbild geschätzt. Mehr als sechzig Jahre lang befanden sich die Segelboote in der Sammlung der Familie Fürstenberg, bevor sie 2007 verkauft wurden. Auch Signacs „Maisons du port, Saint-Tropez“ aus dem Jahr 1892 ist ein Blick übers Wasser. Doch während Derains Schiffe vom Sonnenuntergang leuchtend rot gefärbt werden, liegen seine Kähne ruhig im Gold der Mittagssonne im Hafen (Taxe 8/12 Millionen Dollar). Vlamincks „Sous-bois“ von 1905 zeigt ein Waldstück, das in seiner expressiven Farbigkeit seinesgleichen sucht (12/18 Millionen).

          Die 62 Lose des Abends sollen Sotheby’s insgesamt 165 bis 236 Millionen Dollar einbringen. Max Ernsts kleines Ölbild „La Conversion du feu“ von 1937 bildet ein rätselhaftes Phantasiewesen ab, das den düsteren Gegenpart zu des Künstlers „Hausengel“ aus demselben Jahr bilden könnte. Das 38 mal 54 Zentimetern messende Gemälde wird jetzt bei Sotheby’s für fünf bis sieben Millionen Dollar angeboten: 2008 war es bei Christie’s für weniger als die Hälfte, nämlich 2,4 Millionen Dollar inklusive Aufgeld, verkauft worden. Marktfrische zeichnet Kees van Dongens Gemälde „Leila“ aus (1,5/2,5 Millionen). Der lebensgroße, rote Akt hatte laut Provenienzenkette im Katalog bisher lediglich zwei Vorbesitzer und wurde zuletzt 1968, im Todesjahr des Künstlers, vom jetzigen Einlieferer erworben.

          Vor Vitalität strotzen trotz des Alters

          Zwei Werke dieser Abendveranstaltung bei Sotheby’s sind mit Garantien versehen: „Le Message à la terre“ von René Magritte (2/3 Millionen) und Pierre-Auguste Renoirs „Glaieuls dans un vase“ (3,8/4,5 Millionen). Ein weiterer Höhepunkt ist Auguste Rodins schneeweiße Marmorskulptur „L’Éternel Printemps“, die von 1901 bis 1903 entstand. Die 66 Zentimeter hohe Plastik zeigt das berühmte junge, sich küssende Paar; während Rodin die Figuren ausgearbeitet und poliert hat, ließ er ihre Umgebung stumpf und nur grob bearbeitet. Acht bis zwölf Millionen Dollar lautet die Erwartung für das rare Werk; damit ist ein Rekordpreis für eine Marmorskulptur Rodins angepeilt. Im vergangenen Jahr erzielte seine Marmor-Version der „Eve“, ebenfalls bei Sotheby’s, 4,86 Millionen Dollar inklusive Aufgeld. - In seiner Tagauktion am 10. Mai erwartet das Haus für 293 Losen dann insgesamt 49,6 bis 71,1 Millionen Dollar.

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