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Impressionisten New York : In den satten Farben des Frühlings

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Die bronzene Variante von Rodins eben erwähnter Eva wird nun in New York von der Firma Bonhams angeboten. Die 75 Zentimeter hohe Skulptur „Eve“ ist das höchstdotierte Los der Auktion dort am 11. Mai; die Schätzung dafür liegt bei einer bis 1,5 Millionen Dollar. Insgesamt werden für die 63 angebotenen Lose bei Bonhams 2,8 bis 4,2 Millionen Dollar erwartet. Zu den attraktivsten Angeboten zählen zwei Zeichnungen, eine von Balthus, die andere von Oskar Kokoschka. Während Balthus ein schlafendes Mädchen in seiner typischen Art mit zarten Bleistiftstrichen auf das Papier gebannt hat (150 000/250 000), strotzt Kokoschkas „Sitzender bärtiger Mann“ trotz seines Alters vor Vitalität. Die mit Wasserfarben kolorierte Skizze fertigte der Künstler im Jahr 1907 an; sie ist auf 70 000 bis 100 000 Dollar geschätzt. Als eine besondere Offerte hält Bonhams neunzehn Arbeiten von mexikanischen Künstlern der Moderne bereit, darunter befinden sich zwei eindrucksvolle Bronzen von Francisco Zúniga. Die kleinere aus dem Jahr 1974 ist mit 25 000 bis 35 000 Dollar ausgezeichnet, die größere, 134 Zentimeter hohe von 1977 mit 200 000 bis 300 000 Dollar.

Ein kleines Äffchen als Beobachter

Es folgt am 12. Mai die Abendveranstaltung bei Christie’s. Dort liegt die Gesamtschätzung für 52 Lose bei 138 bis 203 Millionen Dollar. Den Katalogumschlag ziert eine wunderschön zarte Seelandschaft von Claude Monet, „Au Petit-Gennevilliers“, die der Maler im Sommer des Jahrs 1874 schuf - gewissermaßen zur Geburtsstunde des Impressionismus. Das 54 mal 73 Zentimeter messende Ölbild auf Leinwand ist auf zwölf bis achtzehn Millionen Dollar geschätzt. Auch das Spitzenlos bei Christie’s stammt von Monet; es ist eines seiner klassischen Seerosenbilder. Fast zwei Jahrzehnte lang widmete sich der Künstler den Wasserpflanzen in seinem Garten in Giverny; mehr als zweihundert Werke fertigte er von ihnen an. Die jetzt bei Christie’s angebotene Version stammt aus dem Jahr 1919, misst 99 mal 103 Zentimeter; 25 bis 35 Millionen Dollar sind dafür veranschlagt.

Drei Jahre zuvor malte Amedeo Modigliani seine „Jeune femme à la rose (Margherita)“; das dunkle Porträt der mandeläugigen Schönheit geht mit zwölf bis achtzehn Millionen Dollar an den Start. Insgesamt existieren drei Porträts von Margherita, die Modigliani alle 1916 gemalt hat. Werke von Frida Kahlo sind doch selten in Auktionen: „Dos desnudos en un bosque (La tierra misma)“ von 1939 ist ein nur 25 mal dreißig Zentimeter kleines Ölgemälde auf Metall. Eine dunkelhaarige Frau hat ihren Kopf in den Schoß einer anderen gelegt; die intime Szene wird von einem kleinen Äffchen beobachtet, das aus dem Blätterwald hinter den beiden Gestalten hervorlugt. Acht bis zwölf Millionen Dollar heißt die Erwartung für das Bild der begehrten Künstlerin.

In der Tagauktion am 13. Mai dann rechnet Christie‘s für 187 Lose mit insgesamt 22,5 bis 33,3 Millionen Dollar. Dort fällt Piet Mondrians „Oostzijdse Mill“ auf, ein Frühwerk, bevor sich Mondrian dem Konstruktivismus verschrieb. Noch ganz im Stil des Impressionismus gehalten, zeigt das 1906/07 entstandene Ölgemälde eine holländische Mühle in sattem Braun, während darüber der wolkenverhangene Himmel in hellen Blau- und Gelbtönen schimmert (300 000/ 500 000).

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