https://www.faz.net/-gqz-aing8

Münchner Auktionen : Goldene und andere Hasen

  • -Aktualisiert am

Paul Klee, „Haelften, der Clown“, Schwarze Kleisterfarbe auf feinem Japanpapier, bei Karl & Faber auf 160.000 bis 200.000 Euro taxiert Bild: Karl & Faber

Karl & Faber glänzt bei seinen Auktionen moderner und zeitgenössischer Kunst wieder besonders mit Zeichnungen und Grafiken. Ein Gemälde Renoirs und ein Werk von Dieter Roth aus einem besonderen Werkstoff sind auch dabei.

          1 Min.

          Karl & Faber versteigert am 8. und 9. Dezember Kunst von Klassischer Moderne bis heute. Frühestes Werk ist hier Renoirs Ölbild einer mit Tüchern hantierenden „Femme nue à sa toilette“ von 1892 (350.000/450.000). Gut drei Jahrzehnte später führt Lesser Ury hinaus auf eine sonnenbeschienene Allee im Berliner Tiergarten (130.000/180.000).

          Pierre-Auguste Renoir, „Femme nue à sa toilette“, 1892, Öl auf Leinwand, 35 mal 22 Zentimeter, Schätzpreis 350.000 bis 450.000 Euro
          Pierre-Auguste Renoir, „Femme nue à sa toilette“, 1892, Öl auf Leinwand, 35 mal 22 Zentimeter, Schätzpreis 350.000 bis 450.000 Euro : Bild: Karl & Faber

          Max Ernst lässt „L’Homme et la Femme“, ein Paar aus abstrakten Formen, einander 1930 umarmen (250.000/350.000). Für eine typische „Composition abstraite“ Serge Poliakoffs sind 350.000 bis 400.000 Euro erforderlich und für eine „Study for Homage to the Square: ‚Oracle‘“, die Josef Albers 1961 um ein grünes Zen­trum anlegte, 350.000 bis 450.000 Euro.

          Aus besonderem Material: Dieter Roth, „Karnickelköttelkarnickel“, Stall- und Hasenmist, 19,5 mal 20 mal 12 Zentimeter, Schätzpreis 6000 bis 8000 Euro
          Aus besonderem Material: Dieter Roth, „Karnickelköttelkarnickel“, Stall- und Hasenmist, 19,5 mal 20 mal 12 Zentimeter, Schätzpreis 6000 bis 8000 Euro : Bild: Karl & Faber

          Seinem exzellenten Ruf als Adresse für Arbeiten auf Papier wird Karl & Faber wieder mit Zeichnungen und Grafik deutscher Expressionisten gerecht oder auch mit Paul Klees Kleisterfarbenzeichnung „Haelften, der Clown“, die einst den großen Klee-Sammlern Rolf und Käthe Bürgi gehörte (160.000/200.000). In der Partie jüngerer Werke stechen ebenfalls Zeichnungen hervor, darunter Joseph Beuys’ „Steinhase/Goldhase“ auf DDR-Einwickelpapier (60.000/80.000).

          Über zwölf Seiten einer russischen Enzyklopädie lässt William Kentridge mit Tusche eine Tänzerin wirbeln: „Brea­the“ diente als Vorlage für sein gleichnamiges Künstlerbuch (55.000/65.000). Fein knittriges Nepalpapier benutzte die Künstlerin Kiki Smith 2010, um darauf „Words pass through me now“ zu zeichnen: einen Mann, der eine schlafende oder leblose Frau in Armen hält (25.000/35.000).

          Eines von 26 römisch nummerierten Künstlerexemplaren außerhalb der Auflage von 250. Auf dem Etikett auf der Unterseite signiert und datiert. Schätzpreis: 6.000/8.000. Nochmals tritt die deutsch-amerikanische Künstlerin mit „Seer (Alice I)“ aus patiniertem Gusseisen (Aufl. 3; 25.000/35.000) in einer kleinen Suite plastischer Werke auf, wo neben Werken von Tony Cragg, Franz Erhard Walther, Stefan Balkenhol und anderen ein weiterer Hase auf Liebhaber wartet – woraus Dieter Roth ihn formte, sagt der Titel „Karnickelköttelkarnickel“ (eines von 26 Künstlerexemplaren außerhalb der Auflage; 6000/8000).

          Weitere Themen

          Skulpturen auf Bleistiftspitzen Video-Seite öffnen

          Kunstwerke in XXS : Skulpturen auf Bleistiftspitzen

          Der bosnische Künstler und Bildhauer Jasenko Đorđević schafft es, unglaublich winzige und dennoch detailreiche Skulpturen aus Bleistiftminen zu erschaffen. Seine Miniaturkunst zeigt er in Ausstellungen in ganz Europa.

          Die dunklen Seiten der Seele

          Tara Nome Doyle : Die dunklen Seiten der Seele

          Im Lockdown ist auch großer Pop entstanden. Zum Beispiel das Album „Vaermin“ der deutsch-irisch-norwegischen Sängerin Tara Nome Doyle.

          Topmeldungen

          Händler an der New Yorker Börse

          New Yorker Börse : Dow dreht nach Powell-Aussagen ins Minus

          Die Achterbahnfahrt der US-Börsen setzt sich fort: Erst befand sich der Leitindex Dow Jones auf Erholungskurs. Doch dann sorgte Fed-Chef Powell mit einer Antwort in seiner Pressekonferenz für Verunsicherung.