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Auktion bei Neumeister : Mit dem Becher des Pharao

  • -Aktualisiert am

Ein Becher aus dem Besitz von Ägyptens „letztem Pharao“ und Porzellan aus einer Münchner Privatsammlung: Die Auktion mit Kunst und Kunsthandwerk bei Neumeister hält Überraschendes bereit.

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          Neumeisters zweitägige Auktion mit Kunst und Kunsthandwerk vom 15. Jahrhundert bis heute beginnt am 14. April mit einer Münchner Privatsammlung. Dass man ein besonderes Faible für Objekte des 18. Jahrhunderts hegte, belegen nicht zuletzt ein prächtiger Aufsatz-Schreibschrank, als dessen Herkunft die Mainzer Möbelschreinerei Ulrich Sedlmayrs vermutet wird (Taxe 20.000/30.000 Euro), sowie ein Bildpaar des Wiener Feinmalers der Rokokozeit Franz Christoph Janneck: Phantasievoll schmückte er auf Kupfer den Abschied des verlorenen Sohnes aus und wie dieser dann sein Vermögen verprasst. Die Gemälde zählten zum Gründungsbestand des New Yorker Metropolitan Museum, aus dem sie 1979 ausschieden und bei Christie’s versteigert wurden (30.000/40.000). Zu älteren Werken der Sammlung zählt ein Buchsbaumrelief, auf dem ein süddeutscher Anonymus Dürers „Sündenfall“, den Kupferstich von 1502, gut hundert Jahre später nachschnitzte (8000/12.000). Am Spätnachmittag des Auktionstags, er gehört der Schmuckofferte, kommt auch ein goldener Becher mit stilisierten Papyruspflanzen in Brillant- und Diamantbesatz zum Aufruf; einst gehörte er Ägyptens „letztem Pharao“, König Faruk I., der 1952 durch Putsch entmachtet wurde (13.000/15.000).

          Für edle Tropfen: Goldbecher mit Brillantbesatz aus dem Besitz König Faruks I., Taxe 13.000/15.000 Euro.
          Für edle Tropfen: Goldbecher mit Brillantbesatz aus dem Besitz König Faruks I., Taxe 13.000/15.000 Euro. : Bild: Neumeister

          Bei den Alten Meistern am 15. April besticht das Bild eines lockigen Knaben mit lindgrüner Seidenschärpe, der einen Kanarienvogel am roten Band hält. Zugeschrieben ist es dem Spanier Antonio Carnicero, der hier möglicherweise den Infanten Francisco de Paula porträtierte (10.000/ 15.000). Im wie immer reich mit bayerischem Genre gefüllten Angebot zum 19. Jahrhundert präsentiert sich Heinrich Bürkels „Brunnenscene bei Garmisch mit Zugspitz“ auf das idyllischste (20.000/25.000). Lesser Urys „Burgruine im Rheingau“ verdient in der Abteilung neuerer Epochen Erwähnung; ein Werk, das nach gütlicher Einigung mit den Erben der jüdischen Familie Meyerheim im Sinne einer gerechten und fairen Lösung mit der Schätzung von 70.000 bis 90.000 Euro antritt. Eine „Meditation“ Jawlenskys von 1934 (30.000/50.000) sowie Arnulf Rainers Selbstporträt-Übermalung „Nachtigall“ aus der „Face Serie“ der frühen siebziger Jahre (50.000/60.000) runden diese Strecke ab.

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