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Moderne und Gegenwartskunst : Wald, Sonne, Kugel und ein Akt

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Die Zero-Welle rollt weiter bei Lempertz in Köln: Lose kommen von Uecker, Piene, Mack. Bei der Moderne führen vier Werke von August Macke aus dem Nachlass des Künstlers die Offerte an.

          Vier Werke von August Macke, die sich bislang als Dauerleihgaben in Museen befanden, kommen am 27. November in der Auktion Moderne Kunst bei Lempertz in Köln zum Aufruf. Sie stammen direkt aus dem Nachlass des Künstlers. Von einem „Weiblichen Akt von rückwärts auf rosa Grund“ aus dem Jahr 1911, der sich im Kunstmuseum Bonn befand, erhoffen sich die Erben 350.000 bis 450.000 Euro und von einer Kreidezeichnung „Spaziergänger unter Bäumen (Leute vor dem Schaufenster)“ von 1914, ebenfalls aus Bonn abgezogen, 150.000 bis 200.000 Euro. Gegenüber dem Museum haben die Erben familiäre Gründe für die Verkäufe genannt.

          Insgesamt 250 Lose umfasst die Offerte, darunter weitere expressionistische Gemälde sowie Plastiken von Ernst Barlach und Fritz Klimsch, außerdem „La Mer“, ein Hinterglasbild von Max Ernst aus dem Jahr 1925 (Taxe 60.000/70.000 Euro). Otto Dix malte 1939 in seinem Haus in Hemmenhofen am Bodensee die neuromantische Landschaft „Weite Ebene (Weiler hinter Bohlingen)“, eingeliefert aus Norddeutschland (100.000/120.000).

          Hühner im Porträt und in der Landschaft

          Bei der Gegenwartskunst am 28. November rollt die Zero-Welle weiter. Das Toplos unter rund 400 Arbeiten ist Günther Ueckers „Wald“, eine 240 mal 200 Zentimeter große Holztafel, benagelt mit hängenden dünnen Ästen und überzogen von rhythmischen grauen Pinselstrichen. Für das Werk aus dem Jahr 1992 werden 400.000 bis 500.000 Euro erwartet. Uecker trat 1961 der Gruppe Zero bei, die 1957/58 Otto Piene und Heinz Mack gegründet hatten. Piene ist mit mehreren typischen Feuerbildern vertreten; das 1973 gebrannte „Retinal Sun“ besticht durch ungewöhnlich zarte Farben (200.000/250.000).

          Pienes unikate Plastik „Pearl Flower“ wurde um 1965 aus Holz, Metall und Kunststoff in einer Reihe von sechs ausgeführt: Eine Kugel, die wie eine Schneeballblüte aus vielen kleinen Messing-Kügelchen besteht, thront auf einem ebenso golden schimmernden Stiel (80.000/120.000). Von Mack kommen Arbeiten aus drei Werkphasen zum Aufruf, darunter ein für seine frühe Zeit charakteristisches schwarzweißes Strukturbild von 1962 (150.000/180.000) und eine 1996 gemalte, blaudominierte „Chromatische Konstellation“ (60.000/80.000).

          Aus dem Jahr 1990 kommt Karin Kneffels 200 mal 250 Zentimeter große Landschaft „Hühner I“, deren Schätzung von 180.000 bis 220.000 Euro an den Auktionsrekord für die Künstlerin anschließt, der bei Lempertz im Mai mit 260.000 Euro aufgestellt wurde für ein Diptychon mit überdimensionalen Trauben. Auch im Einzelporträt ist das Huhn zu haben: Neun Tierporträts Kneffels von 1991, drei Hühner, drei Ochsen und drei Schafe, sollen zusammen 80.000 bis 100.000 Euro einbringen.

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