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Auktion in Berlin : Mit einer ganz neuen Linie

Zum Jubiläum schenkt sich das Berliner Auktionshaus Jeschke Van Vliet einen Sonderkatalog mit vierzig reizvollen Losen. Ein Blick hinein zeigt, was Graf Kessler und eine Badende gemein haben.

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          Mit einem Sonderkatalog und vierzig hochpreisigen Losen feiert das Auktionshaus Jeschke Van Vliet in Berlin am 22. März seine Firmengründung vor 35 Jahren. Als Spitzenstück der Offerte geht Aristide Maillols mit 180.000 Euro bezifferte „Baigneuse debout“ ins Rennen. Es handelt sich um eine keramische Abformung der 1898 in Holz realisierten „Stehenden Badenden“, die einst aus dem Besitz des Grafen Kessler in die Sammlung Reinhart nach Winterthur wechselte.

          Camilla Blechen

          Freie Autorin im Feuilleton.

          Vier Jahrzehnte früher modellierte der Franzose Jean-Baptiste Carpeaux einen jungen Fischer, dem eine geheimnisvoll tönende Muschel ins Netz gegangen ist. Eine der zahlreichen, nach 1870 entstandenen Bronzen des hingerissen lauschenden Knaben wartet zur Taxe von 45.000 Euro auf einen Bieter, der Sinn für die populärste figurale Schöpfung des neobarocken Pariser Bildhauers besitzt.

          Für 95 000 Euro wird ein impressionistisch flirrendes Gartenstück des Exilrussen Nicolas Tarkhoff angeboten, dem Dauergast des Berliner Auktionshauses. 38.000 bis 42.000 Euro einspielen soll eine im Werkverzeichnis des altniederländischen Malers Aert van der Neer verankerte Winterlandschaft. Robertus Valturis’ Handbuch für Heerführer, ausgestattet mit knapp hundert Holzschnitten von Belagerungstürmen, Sturmleitern und Taucheranzügen, 1483 in Verona erschienen, ist für 90.000 Euro zu ersteigern. Den Einsatz der gleichen Summe fordern 120 lithographierte Porträts nordamerikanischer Indianer nach den Originalen von Charles Bird. 144 Farbdrucke der schönsten Blumenbilder von Pierre-Joseph Redouté aus 36 Lieferungen der Pariser Librairie encyclopédique de Roret sollen 50.000 Euro bringen. Ernest Maindrons Standardwerk zur französischen Plakatkunst des Fin de Siécle ist auf 12.000 Euro geschätzt.

          Auf der ganzen Linie

          Eine komplette Folge der zwischen 1929 und 1943 in Leipzig erschienenen Illustrierten „die neue linie“ - mit den berühmten Titeln von Künstlern des Bauhauses - wird für 20.000 Euro angeboten. Richard Hamiltons farbige Offset- Lithographie eines luxuriösen Toasters ist für 15.000 Euro abrufbar. Eine mit 124 Zentimetern „majestätisch“ aufragende, floral dekorierte Palastvase soll den Liebhaber chinesischen Porzellans aus der Reserve locken, beziffert ist sie mit einer Schätzung auf 20.000 bis 25.000 Euro.

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