https://www.faz.net/-gqz-a04nj

Auktion bei Van Ham : Schlaflos im Museum

  • -Aktualisiert am

Kölner Vorschau: Moderne und Zeitgenossen von Hans Arp bis Luc Tuymans bei Van Ham.

          2 Min.

          Den Auftakt zur „Modern Week“ bei Van Ham macht die Auktion mit moderner Kunst am 10. Juni in Köln. Das erste Los hat es gleich in sich, ist es doch das am höchsten taxierte der gesamten Woche: Hans Arps reduzierte Ölarbeit auf Karton „Fronde et nombrils“ aus dem Jahr 1926 kommt marktfrisch aus einer deutschen Unternehmenssammlung und trägt eine Schätzung von 300 000 bis 500.000 Euro. Ewald Mataré liefert die bezaubernde Skulptur „Grasende Kuh II“; die 27 Zentimeter lange Bronze entstand nach 1930, ist ebenfalls marktfrisch und soll 70.000 bis 90.000 Euro einbringen. Noch zwei weitere kleinere Kuh-Figuren von Mataré kommen zum Aufruf: das deutlich abstrahierte „Zeichen einer Kuh I“ von 1946 (Taxe 15.000/20.000) und die schwarz patinierte „Liegende Kuh“ von 1945 (6000 bis 8000 Euro).

          Georg Kolbe fertigte 1907 die braun patinierte, knapp siebzig Zentimeter hohe Bronze einer eleganten „Knienden“ an, die im selben Jahr in der Berliner Secession ausgestellt wurde (60.000/80.000). Von Emil Nolde stammt das 1914 entstandene, ausdrucksstarke Aquarell „Südseeinsulanerin“, und Karl Hofer malte 1947 das 93 mal 55 Zentimeter große Ölgemälde „Mädchen mit Tuch“ (je 50.000/70.000). Ein besonderer Höhepunkt ist das überdimensionale Triptychon von Mimmo Paladino, das neben 125 weiteren Werken aus der Privatsammlung des Essener Kinder- und Jugendpsychiaters Prof. Dr. Christian Eggers angeboten wird – und dessen Erlös in die gleichnamige Stiftung fließt. „La balena immalata“ von 1981 misst zwei mal drei Meter, besticht durch satte Farben und einen expressiven Pinselstrich und kommt für 80.000 bis 120.000 Euro unter den Hammer.

          Auch die Zeitgenossen werden bei Van Ham am 10. Juni in Köln versteigert. Toplos der Offerte mit einer Erwartung von 300.000 bis 500.000 Euro ist Imi Knoebels drei mal viereinhalb Meter riesiges, quietschbuntes und geometrisch abstrahiertes Acrylwerk „Lilola“ aus dem Jahr 2002. Aus Fritz Winters bekanntem, fünfzigteiligem Zyklus „Triebkräfte der Erde“ kommen gleich vier marktfrische Werke zum Aufruf. Alle stammen aus einer bayrischen Privatsammlung und wurden 1944 direkt vom Künstler erworben: Die 49 mal 40 Zentimeter große Ölarbeit auf Papier „Entfaltung I“ von 1944 trägt eine Schätzung von 150.000 bis 200.000 Euro; die drei kleineren, titellosen Arbeiten aus demselben Jahr sind auf je 80.000 bis 120.000 Euro taxiert. Auch Adrian Ghenies unbetiteltes Ölbild aus dem Jahr 2002 wurde vom jetzigen österreichischen Besitzer direkt vom Maler erstanden und besticht durch seine intensive Farbigkeit, die einer Explosion gleicht (80.000/120.000).

          Sol Lewitts Gouache „Cube (B)“ von 1994 spielt ebenfalls mit der Farbe und ihrem Auftrag. Auf 155 mal 153 Zentimetern reihen sich bunte Linien aneinander, bilden Muster und erschaffen räumliche Tiefe und komplexe Farbklänge (100.000/150.000). Auffällig ist Luc Tuymans’ 1988 entstandene „Insomnia“: Zwei graue Flecken auf lichtgrünem Hintergrund symbolisieren den Schwebezustand zwischen Schlafen und Wachen. Das Ölgemälde blickt auf eine bemerkenswerte Ausstellungshistorie mit Stationen in der Kunsthalle Bern, der Kunstsammlung NRW oder dem Museum of Contemporary Arts in Chicago zurück, und bei der großen Tuymans-Retrospektive 2002 in der Tate Modern in London widmete der belgische Künstler dem Bild sogar einen eigenen Raum (120.000/180.000). Beide Auktionen sollen zusammen sechs bis sieben Millionen Euro einspielen.

          Weitere Themen

          Solo für Rumpelstilzchen

          Ultraschall-Festival : Solo für Rumpelstilzchen

          Ultraschall, das Festival für neue Musik, bleibt auch im Radio ein Faszinosum: Es feiert die menschliche Stimme in ihrer Pracht und entdeckt eine verschüttete Sprache in ihrer ganzen Wucht.

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson am 25. Januar in London mit einer Dosis des Corona-Impfstoffs von Astra-Zeneca

          Großbritannien und die EU : Auch ein Impfstoff kann Beziehungen vergiften

          Großbritannien fasst Überlegungen der EU, die Impfstoff-Ausfuhr zu kontrollieren, als Drohung auf – und als Bestrafung für Lieferprobleme von Astra-Zeneca. Diese könnten auch mit dem niedrigen Preis zusammenhängen.
          Schaulustige filmen in der niederländischen Stadt Haarlem mit Handys brennende Gegenstände, die Randalierer am 26. Januar in Brand gesetzt haben.

          Gewalt in den Niederlanden : Party machen und plündern

          Die gewaltsamen Ausschreitungen in den Niederlanden reißen nicht ab. Die Polizei braucht lange, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Unter die Randalierer haben sich auch Teenager gemischt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.