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Auktion bei Lempertz : Triebkräfte der Erde

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Vorschau auf die Auktion mit Moderner Kunst bei Lempertz in Köln.

          2 Min.

          Letztes Los unter den siebzig Highlights der Abendauktion mit Moderne am 29.November bei Lempertz in Köln ist Picassos bekannter farbigen Linolschnitt „Portrait de jeune fille, d’après Cranach le JeuneII“ von 1958. Er nimmt Bezug auf das 1564 entstandene „Weibliche Bildnis“ Lucas Cranachs d.J., das Picasso in Form einer Kunstpostkarte von seinem Händler Daniel-Henry Kahnweiler gesandt wurde. Er setzte Cranachs Motiv spiegelverkehrt und kubistisch frei in stark plakativer Form und Farbgebung um. Das angebotene, signierte und datierte Exemplar (Auflage 50) ist mit einer Erwartung von 350.000 bis 450.000 Euro das Spitzenlos der Auktion.

          Von Karl Hofer kommen zwei Gemälde, ein 1944 entstandenes Doppelporträt von „Mutter und Tochter“ (Taxe 35.000/45.000 Euro) und eine noch sehr abstrahierte „Figurengruppe in Berglandschaft“ von 1928 (60.000/70.000). Paula Modersohn-Becker setzt in ihrem Gemälde „Brustbild zweier Jungen vor Landschaft“ die beiden Knaben so unvermittelt in Szene, dass der Betrachter ins Staunen kommt; das marktfrische Bild von 1901 soll 80.000 bis 120.000 Euro erzielen. Acht Jahre später schuf Karl Schmidt-Rottluff während eines längeren Aufenthalts in Dangast eine Folge großformatiger Aquarelle, von denen heute nur noch wenige erhalten sind; das 66 mal 46 Zentimeter große „Stickende Mädchen“ wird für 250.000 bis 350.000 Euro angeboten.

          Aus der bedeutenden Sammlung des Kunsthistorikers und Kritikers Will Grohmann stammt neben Fritz Winters hübscher Monotypie „Triebkräfte der Erde“ von 1944 (80.000/120.000), die den Katalogtitel der Abendveranstaltung schmückt, auch die 1967 von Joan Miró gefertigte Tuschezeichnung mit Gouache „Femme et oiseaux dans la nuit“ (70.000/90.000): Miró schenkte sie Will Grohmann zum achtzigsten Geburtstag und widmete sie rückseitig seinem lieben Freund in überschwänglicher Weise. Die Erwartungen für die Versteigerung mit moderner Kunst liegen bei 6,6 Millionen Euro, einschließlich der Tagesauktion am 30. November.

          Am Abend des 29. November kommen 56 Spitzenlose der Zeitgenossen zum Aufruf: Grund dafür ist das dreißigste Jubiläum der Versteigerung von Gegenwartskunst bei Lempertz. Auch hier finden sich einige Werke aus dem Nachlass von Will Grohmann und Renate Glück, der Schwester von Grohmanns Ehefrau Annemarie, darunter Hans Hartungs großes abstraktes Bild „T1955-23a“ von 1955 (100.000/150.000). Zwei sehr ähnliche, 29 mal 37 Zentimeter messende abstrakte Bilder Gerhard Richters auf Alu-Dibond von 1997 sind mit je 300.000 bis 400.000 Euro veranschlagt. Außerdem bestechen zwei Skulpturen: ein marktfrisches Exemplar von Joseph Beuys’ Bronze „Sonnenkreuz“, entstanden 1947/48 (180.000/200.000), und Antony Gormleys Eisenguss „Iron Baby“ von 1999 (Auflage 10; 120.000/180.000).

          An der Spitze der Offerte steht Yves Kleins monochrom blaues, 35 mal 25 Zentimeter kleines „IKB132“ von 1957 mit einer Schätzung von 400.000 bis 600.000 Euro. Zusammen mit der Tagesauktion am 30. November sollen die Zeitgenossen 5,1 Millionen Euro einspielen.

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