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Auktion bei Bassenge : Topmodel der Nazarener

Vittoria Caldoni galt als Lieblingsmodell der Nazarener. Ihr Portrait von Franz Ittenbach wird bei der Auktion mit Alter und moderner Kunst bei Bassenge in Berlin aufgerufen.

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          Ein züngelnder Ameisenbär des österreichischen Autodidakten Aloys Zötl, 1837 mit Deck- und Wasserfarben zu Papier gebracht, schmückt den Umschlag des Katalogs zu 300 Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts, die in der Auktion mit Alter und moderner Kunst vom 27. bis zum 30. November bei Bassenge in Berlin zum Ausruf gelangen. Der Termiten schnabulierende Vertreter der südamerikanischen Fauna soll 24000 Euro einspielen. Mit 120.000 Euro wären für Albrecht Dürers „Melancolia“, im „samtig wirkenden“ zweiten Zustand des Kupferstichs, aufzubringen. Giovanni Battista Piranesis Ansichtenwerk des antiken Roms in der ersten frühen Ausgabe wartet bei 38.000 Euro auf seine Bieter. Unter dem Motto „A Passion for Prints“ werden hundert klassische Druckgraphiken aus einer „gewachsenen Sammlung“ angeboten, darunter Rembrandts „Hundertguldenblatt“ (Taxe 18.000 Euro), Schongauers Kupferstich „Der Heiland krönt die heilige Jungfrau“ (12.000) und Dürers Holzschnitt „Babylonisches Weib“ (9000).

          Bei den Gemälden kostet Franz Ittenbachs reizvolles Porträt einer „Jungen Italienerin aus Albano“ 30.000 Euro: Die dunkelhaarige Schönheit, Tochter eines Weinbauern, hieß Vittoria Caldoni und zählte zu den Lieblingsmodellen der Nazarener. Verehrer der preußischen Königin Luise konnten auf den 1757 in Meiningen geborenen Johann Heinrich Schröder zählen, der sie mit physiognomisch ungenauen Pastell-Bildnissen versorgte, gern in Chemisetracht mit weißem Turban (24.000). Für 12.000 Euro zu ersteigern sind die markanten Gesichtzüge eines unbekannten Römers, die dem dänischen Maler Christoffer Wilhelm Eckersberg während eines Studienaufenthaltes in der Stadt auffielen. Aufmerksamkeit wird die neu entdeckte „Porträtskizze eines Afrikaners“ von Max Slevogt erregen (25.000). Mit Öl auf Pappe gemalt, signiert, aber undatiert, entstand das ausdrucksstarke Konterfei mutmaßlich zwischen 1895 und 1900.

          Der mit expressionistischer Druckgraphik reich, aber nicht exzellent ausgestatteten Moderne-Abteilung ermangeln in diesem Herbst die Spitzenstücke. Ernst Ludwig Kirchner immerhin ist mit dem Holzschnitt „Segelboote bei Fehmarn“ (30.000) vertreten, Emil Nolde mit dem finsteren „Prophet“ (20.000). Von Picasso fällt die Lithographie nach dem repräsentativen Porträt der Dora Maar ins Auge (18.000). Ihre Preise zwischen 3000 und 12.000 Euro wert sind vier hauchzart radierte venezianische Veduten von James McNeill Whistler.

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