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Alte Kunst bei Neumeister : Der Blonde kehrt zurück

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Das Münchner Auktionshaus beginnt die Saison mit Gemälden von Franz Anton Maulbertsch, Carl Spitzweg oder Leo von Klenze. Beim Kunstgewerbe überzeugt fast vergessene Emailtechnik.

          Am 23. September versteigert Neumeister in München Alte Kunst. Es ist der 130. Todestag von Carl Spitzweg, von dem das Haus immer wieder bedeutende Werke anbietet. Diesmal ist es eine Landschaft, die der berühmte Münchner 1863 im eigenhändigen Verkaufsverzeichnis „Alpenscene (liebendes Paar)“ betitelte. Mädchen und Jäger zeigt sie umschlungen im Angesicht einer Bergszenerie mit Schlucht und sonnigem Weg. Das vergleichsweise große, annähernd quadratische Bild steht nach vielen Jahrzehnten in privatem Besitz zum Schätzpreis von 100.000 bis 120.000 Euro zur Verfügung. Auch zwölf Zeichnungen führt der Katalog, Skizzen, wie Spitzweg sie in Mengen auf Reisen und Wanderungen für die Atelierarbeit anlegte: vor allem Naturstudien sowie Menschen, die er so gern leicht spöttisch sah, etwa den schielenden „Adulator“, einen Beweihräucherer im Priestergewand (Taxen von 600 Euro an).

          Ganz der Architektur verpflichtet war hingegen Leo von Klenze - als Münchner Hofbauintendant wie als Maler. Seine Ansicht von S. Maria Maggiore in Bergamo bei warmem Licht soll 30.000 bis 40.000 Euro einspielen. In Italien entstand auch Anton Raphael Mengs’ bildschöner „Salvator Mundi“. Zweihundert Jahre blieb das Brustbild des Blonden verschollen, das Mengs um 1771/73 für den Beichtvater seiner Frau malte. Später wanderte es über hochadlige Stationen in Wiener Privatbesitz, um nun wiederentdeckt in noch unrenoviertem Zustand engagiertes Interesse zu suchen (Taxe 40.000/50.000 Euro).

          Mokkalöffel in buntem Jugendstil-Emaildekor

          Unter den Alten Meistern beginnt eine Partie Rokokomalerei aus süddeutscher Privathand mit Franz Anton Maulbertschs „Lustiger Gesellschaft“ aus burlesken Zechern und zarthäutigen Mädeln (15.000/20.000). Viele dieser Werke vorrangig österreichischer und deutscher Künstler entstanden in Vorarbeit größerer Gemälde und dürften in ihrer reizvollen Skizzenhaftigkeit schon zu Entstehungszeiten als Sammelobjekte gedacht gewesen sein.

          Das Kunstgewerbe lässt Fayencen und viel Meissen eine silberne Abendmahlskanne folgen. Laut Inschrift stiftete Anna Margaretha von Promnitz sie ihrer Kirche in Sorau als Dank für die gelungene Flucht vor den Schweden im Dreißigjährigen Krieg und die gesunde Rückkehr aus dem Exil (18.000/24.000). In ihrer Originalkassette von Fabergé liegen zwölf Mokkalöffel des Goldschmieds Fedor Rückert in buntem Jugendstil-Emaildekor bereit, für 20.000 bis 22.000 Euro. Mit einem mit Edel- und Glassteinen besetzten Anhänger des Art Nouveau macht der gesonderte Schmuckkatalog auf. Als Besonderheit zeichnet das Stück neben heute vergessenen Emailtechniken auch seine Herkunft aus dem Nachlass der Witwe des Schauspielers Horst Tappert aus (4500/4800).

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