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Art Düsseldorf : Neueinsteiger

  • -Aktualisiert am

Besucher auf der Art Düsseldorf 2018. Bild: dpa

Das Gespenst namens Basel verschwindet von der Bildfläche: Londoner Unternehmer kaufen Art Düsseldorf-Anteile von der Messe Schweiz.

          Hinter den nüchternen Zahlen verbirgt sich, wie überall, wo Marktinteressen geltend gemacht werden, eine ganz eigene Ökonomie der Emotionen und Erwartungen, die dann konkrete Entwicklungen anstoßen. Die Zahlen lesen sich so: Sandy Angus und Tim Etchells, Messeveranstalter aus London, haben zu gleichen Teilen jene 25,1 Prozent an der „Art.Fair International GmbH“, der Ausrichterin der Art Düsseldorf, übernommen, die bislang von der Messe Schweiz, kurz MCH, gehalten wurden – ihres Zeichens Veranstalterin der Branchenführerin Art Basel. Die MCH hatte ihren Rückzug von dem regionalen Engagement schon im vorigen Jahr angekündigt. Zusätzlich erwirbt Angus weitere fünfzehn Prozent Anteile an der 2017 gestarteten Art Düsseldorf und sichert sich damit eine Sperrminorität; die Höhe der Kaufpreise bleibt wie in solchen Fällen üblich geheim.

          Was die rheinische Gefühlswelt angeht, ist, von der Warte der Art Cologne, das Gespenst namens Basel auch offiziell von der Bildfläche verschwunden und damit ein Player, dem Köln unverblümt Kolonialismus-Gelüste unterstellt hatte. Düsseldorf wiederum darf sich bestätigt sehen durch zwei neue Teilhaber, die gewiss nicht aus lokalem Patriotismus motiviert sind, sich bei dem Neuling einzukaufen: Die international bewanderten Manager wollen im Rheinland ihren Umsatz machen – offenbaren allerdings noch etwas Lernbedarf, wenn sie Düsseldorf, gegenüber dem „Art Newspaper“, als „wohl wichtigstes Zentrum für Kunst in Deutschland“ ausgemacht haben wollen. Angus und Etchells machten sich mit der Gründung der ArtHK in Hongkong 2007 einen Namen, die dann von der MCH gekauft wurde und seit 2013 als Art Basel Hongkong den asiatischen Markt züchtet. Mit weiteren Verkaufsausstellungen in Taipeh, Neu Delhi, Hongkong, Schanghai und Sidney ist das Duo engmaschig in Fernost vernetzt, wo jüngsten Erhebungen zufolge auffallend viele junge Sammler verortet werden. Die sind begehrt und sollen in den kommenden Jahren auch nach Düsseldorf gelotst werden, wo die größte japanische Community in Europa angesiedelt ist. An die hundert Sammler seien schon voriges Mal, teils in Privatjets, zur Art Düsseldorf geströmt, so deren Direktor Walter Gehlen. Der seinerseits, zu seinem Vorteil, seine Vergangenheit als Leiter der einstigen Kölner Messe „Art.Fair“ immer weiter hinter sich lässt. Wenn es zutrifft, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, dann war es sicherlich auch die Existenz der kompakten Art Düsseldorf mit ihren weniger als hundert Ausstellern, die die Art Cologne jüngst angestachelt hat, sich zu verschlanken und die Teilnehmerzahl drastisch auf 180 Galerien herunterzufahren: Das machte sich gut. Auch der Messestandort Berlin unter der Regie der KölnMesse kam, als die Art Düsseldorf auf den Plan getreten war. Unter dem Strich deuten die Zeichen für die Art Düsseldorf auf Kontinuität, die bislang angezweifelt wurde.

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