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Art déco : Aus Haifischhaut: Vorschau auf die Versteigerung der Sammlung Dray bei Christie's in Paris

  • -Aktualisiert am

Claude Dray, der mit Immobilien ein Vermögen gemacht hat, ersteigerte in Paris und New York die Art- déco-Ausstattung seines Stadthauses in Neuilly. Die an Superlativen reiche Sammlung kommt nun bei Christie's in Paris zum Aufruf.

          Es vergeht kaum ein Jahr ohne Auktionsrekorde für Möbel und Objekte des französischen Art déco. Die Epoche, die 1925 mit der „Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels“ ihren Höhepunkt erlebte, hat das französische Kunsthandwerk zu Höchstleistungen animiert. Die Namen Ruhlmann, Rateau, Dunand, Legrain oder Chareau stehen für kostbare Materialien, die in ausgefallenen Formen bei ihren reichen Auftraggebern Gefallen fanden.

          Nach dem Krieg weckte das Art déco erst in den siebziger Jahren wieder Interesse, und in den vergangenen fünfzehn Jahren haben viele Sammler die Preise in die Höhe getrieben. Am 8.Juni bringt Christie's in Paris mit der Sammlung Claude und Simone Dray ein monumentales Ensemble dieser Art auf den Markt, dreihundert Lose zu einer Taxe von fünfzehn Millionen Euro.

          Geschwungene Füße

          Claude Dray, der mit Immobilien ein Vermögen gemacht hat, ersteigerte in Paris und New York die Ausstattung seines Stadthauses in Neuilly. Armand-Albert Rateau, der antike Formen mit stilisierten Motiven aus der Natur verband, zierte die Diele der ersten Etage mit einem Bronzegueridon von 1922 auf geschwungenen Füßen (Taxe 400 000/ 600 000 Euro) oder einem der acht bekannten Exemplare des „Fauteuil aux poissons“, den er 1919/20 für den Pool des New Yorker Ehepaars Blumenthal entwarf (700 000/900 000).

          Dray kaufte den Sessel 2000 bei Christie's in New York für 660 000 Dollar, ebenso wie für 1,8 Millionen Dollar das Prunkstück der Sammlung, „L'Oasis“, ein Metallwandschirm von Edgar Brandt, der nun 1,3 bis 1,7 Millionen Euro bringen soll. Je 400 000 bis 600 000 Euro werden erwartet für einen „Siège curule“ von Pierre Legrain, einen Eckschrank „Etat d'angle“ von Ruhlmann oder eine kleine, mit Haifischhaut überzogene Kommode des Modells, das Paul Iribe 1912 für Jacques Doucet entwarf. Es wird spannend sein, zu sehen, ob der Markt ein an Superlativen so reichhaltiges Angebot auf einen Schlag absorbieren kann.

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