https://www.faz.net/-gqz-99c4e

Art Cologne : Köln tut der Kunst gut

Die 52. Ausgabe der Art Cologne zeigt ihre Stärke mit einem Angebot von hoher Qualität auf allen Ebenen. Und sie sieht dabei auch noch gut aus.

          5 Min.

          Die Art Cologne hat umgebaut, jetzt gibt es auch dort eine „Plaza“ auf der Ebene 2 der Halle 11, wo die zeitgenössische Kunst ihren Auftritt hat. Die Kojen sind darum herum in Clustern sortiert, die Platzhirsche naturgemäß dem Zentrum am nächsten. Auch was den Termin angeht, ist die 52. Ausgabe des „Internationalen Kunstmarkts“ wieder besser dran, die unglückliche Überschneidung im vorigen Jahr mit dem Berliner Gallery Weekend (diesmal vom 27. bis zum 29. April) ist aufgelöst. Das wird das kauffreudige Publikum, das jetzt in Köln schon zur Preview und Vernissage hereinströmte, gewiss freuen. Dass die Art Brussels weiterhin parallel stattfindet (Bericht auf dieser Seite), lässt sich wohl nicht vermeiden; da gilt die übliche Ansage, dass die Distanz zwischen Köln und Brüssel doch leicht zu überbrücken sei.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Insgesamt 243 Aussteller, darunter rund 210 Galerien aus 31 Ländern, sind diesmal versammelt, ein für alle Mal Vergangenheit sind die vollgestopften Ausstellungsflächen früherer Jahre, ehe Daniel Hug die Schau als Direktor vor nun zehn Jahren übernahm. Sehr schön zeigt sich das auf der Ebene 3, wo die jüngste Szene versammelt ist, in den Sektoren „Neumarkt“ und „Collaborations“. Insgesamt wird offenbar derzeit viel und gern gebastelt, am liebsten in zoo- und anthropomorphen Formen.

          Auf witzige Art führt das Ruttkowski;68 aus Köln vor, wo Philip Emde in einer Installationdie Exemplare seiner Sammlung von Steiff-Äffchen großformatige Zeichnungen betrachten lässt; Gabriel von Max’ weiland „Affen als Kunstrichter“ grüßen wie auch die Freude über die Selbstbespiegelung in der Kunst an den eigenen Wänden (Preise von 2700 bis 7200 Euro). Bei der Galerie PPC, Frankfurt, stehen gestreng die mutierten Straßenschilder von Martin Wenzel, wie der Vollpfosten, der unter dem Titel „Für Inga“ auf einen Weg „Horst“ verweist, samt kuriosen Erläuterungen zum Straßennamen (7800 Euro).

          Bei den „Collaborations“ glänzen Nächst St. Stephan, Wien, Esther Schipper, Berlin, und Jocelyn Wolff, Paris, mit Arbeiten von Isa Melsheimer, von kleinen Gouachen über Keramiken hin zur polierten Stele, eine Hommage an Mies van der Rohe (2000 bis 18 000 Euro). Baudach, Berlin, und Van Horn, Köln, sind eine coole Allianz in Sachen „Licht und Schatten, Schwarz und Weiß“ eingegangen; Van Horn steuert unter anderem eine der „Schlangen“-Keramiken von Markus Karstieß bei (15 500 Euro), Baudach einen Spiegel-„Mond“ des begnadeten Bastlers Björn Dahlem (40 000 Euro).

          Gegenwartskunst in bester Verfassung

          Die Hallenebene 2 mit der Gegenwartskunst ist in bester Verfassung. Dort zeigt sich eindrucksvoll, wie die Art Cologne sich als die führende Kunstmesse in Deutschland positioniert. Durchaus für den gehobenen Mittelstand, dessen Klientel bis in sechsstelliger Höhe ansprechbar ist; im Rheinland an sich nichts Neues, es muss nur das entsprechende Angebot da sein. Was an Galeristen und Händlern international Rang und Namen hat, ist Köln treu – und hält Werke vor, die da passen.

          So gibt es bei Klüser, München, zum Beispiel auch Porträt-Zeichnungen von Alex Katz (28 500 Euro), oder Ropac stellt lustige, ganz neue Arbeiten von Erwin Wurm in seinem Stand hin, Steine auf Füßen. Hauser & Wirth geben der 1940 geborenen abstrakten Malerin Mary Heilmann einen Auftritt (um 75 000 Dollar), und Sprüth/Magers haben, neben einem neueren Strickbild von Rosemarie Trockel und aktuellen Arbeiten von Thomas Ruff, eine unbetitelte feministische Stellungnahme Astrid Kleins von 2001/02 mitgebracht, mit dem sehr wahren Schriftzug „We never advance one step beyond ourselves“ (35 000 Euro).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.