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Art Cologne im Netz : Da ist noch Luft nach oben

  • -Aktualisiert am

Besser spät als nie: Die größte deutsche Kunstmesse stellt teilnehmenden Galerien eine Online-Plattform für den Verkauf zur Verfügung. Bild: dpa

Nicht perfekt: Die „Galerieplattform“ der Art Cologne soll ihren Teilnehmern Online-Verkäufe ermöglichen.

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          Mit einiger Verspätung reagiert jetzt auch die Art Cologne auf den Bedarf ihrer Kundschaft an Online-Verkäufen. Bis zum 4. Juni schaltet die Kölner Traditionsveranstaltung eine „Galerieplattform“ im Internet frei. Teilnehmen dürfen von Seiten der Galerien kostenfrei sämtliche Aussteller, die bei den letzten beiden Ausgaben der Messe zugelassen waren. Eine „Fach-Jury“ hat die „Top-Auswahl“, so erläutert die Kölnmesse, durchgewinkt. Der etwas hölzern geratene Name der Plattform legt eigentlich einen Auftritt der Galerien nahe, bei dem sich deren Angebote kompakt auf einen Blick erfassen ließen und mit dem die Händler auch für sich selbst werben könnten.

          Stattdessen klickt sich der Besucher auf der wenig inspirierten Homepage durch eine Reihe von insgesamt rund 250 Einzelwerken in drei Kategorien, angefangen bei „Klassischer Moderne und Nachkriegskunst“, wobei dann die Unterscheidung zwischen „Zeitgenössischer Kunst“ und „Junger Kunst“ weder eine inhaltliche noch eine ökonomische Begründung erkennen lässt (auch gestandene Künstler können übrigens junge Kunst hervorbringen).

          Wer sich für hohe Preise interessiert und die vertikalen Werk-Kolonnen nicht nach dem Auswahlkriterium „Standard“ sortiert, sondern „Preis absteigend“ wählt, erhält bei Dutzenden Treffern den Hinweis „Preis auf Anfrage“. Manche Galeristen versuchen immerhin, das Beste aus ihrem Auftritt zu machen, indem sie die angebotenen Werke ausführlich kommentieren. Die Plattform sei „konzeptionell auf das Wesentlichste reduziert“ und ermögliche es „Sammlern weltweit, einen fokussierten Überblick über die wichtigsten und aktuell verfügbaren Kunstwerke zu erhalten“: Das meint die immer noch wichtigste Kunstmesse in Deutschland hoffentlich nicht ganz ernst. Sonst könnte sie sich – wie vor rund zwanzig Jahren ohne ersichtliche Selbstironie geschehen – auch gleich wieder „Artpole of the World“ nennen.

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