https://www.faz.net/-gqz-7zie1

Alte Meister in New York : Warum den Caravaggio keiner haben wollte

  • -Aktualisiert am

Bei den Auktionen Alter Meister von Christie’s und Sotheby’s in New York überraschen alte Werke mit neuen Namen. Doch nicht jede neue Zuschreibung führt zum Verkaufserfolg.

          1 Min.

          Eine glaubwürdig vorgetragene Zuschreibung kann Millionen Dollar wert sein. Das belegen zwei Ergebnisse der Altmeister-Auktionen in New York bei Sotheby’s und Christie’s. Mit Aufgeld 5,2 Millionen Dollar bezahlte bei Sotheby’s der Bieter, der 4,5 Millionen Dollar für ein düsteres Landschaftsgemälde mit der Kathedrale von Salisbury bewilligte. Sotheby’s zählt das Werk zum Œuvre des britischen Romantikers John Constable. Dieser Einschätzung folgten diverse Interessenten, die den Schätzpreis, der zwischen zwei und drei Millionen Dollar lag, in die Höhe trieben. Zuletzt wurde das Bild vor zwei Jahren bei Christie’s in London versteigert. Bezeichnet war es dort als „Follower of John Constable“ und kam auf 3500 Pfund, umgerechnet 5212 Dollar.

          Das Gemälde „Junge beim Schälen einer Frucht“ fand dagegen bei Christie’s keinen neuen Besitzer. Der Katalog weist es als Werk des Caravaggio aus - ein Befund, der unter Experten umstritten ist. Doch auch die moderate Taxe von drei bis fünf Millionen Dollar führte nicht zum Erfolg; das Gemälde ging zurück. Christie’s musste noch einen weiteren Rückschlag verkraften. Auch das Paar kleinformatiger Venedig-Veduten des Canaletto blieb liegen (Taxe 3/5 Millionen Dollar). Das Spitzenlos, Agnolo Bronzinos „Porträt eines jungen Mannes mit Buch“, war mit einer Garantie abgesichert; der Hammer fiel bei acht Millionen Dollar, der unteren Schätzung (8/12 Millionen). Schon vor zwei Jahren war das Renaissancewerk an selber Stelle angeboten werden, verfehlte aber die damals mindestens erwarteten zwölf Millionen Dollar (12/18 Millionen). Das zweithöchste Ergebnis bei Christie’s brachten Salomon van Ruysdaels „Schlittschuhläufer auf dem zugefrorenen Fluss Lek“ von 1653 mit 1,2 Millionen Dollar (800.000/1,2 Millionen).

          Insgesamt kommt Christie’s auf einen Umsatz von 45,8 Millionen Dollar - eine Summe, die allein die Hauptauktion von Sotheby’s mit 57,1 Millionen Dollar deutlich übersteigt. In fünf Auktionen setzte Sotheby’s 81,5 Millionen Dollar um. Der höchste Zuschlag erging bei 4,7 Millionen Dollar (2/3 Millionen) für eine 48 mal 65 Zentimeter große Hafenansicht von Willem van de Velde d. Ä., dessen detailgenaue Seestücke mit schwarzer Tinte und Öl auf Holz gemalt sind. Das teuerste dreidimensionale Werk sämtlicher Auktionen war bei Sotheby’s eine Kleinplastik des Clodion, die vier bacchantische Wesen zeigt; ihr Hammerpreis lautet auf 2,4 Millionen Dollar (600.000/1 Million Pfund).

          Weitere Themen

          Heiliger Rundfunkbeitrag

          Showdown in Sachsen-Anhalt : Heiliger Rundfunkbeitrag

          Was passiert im Landtag von Sachsen-Anhalt? Lehnt die CDU den höheren Rundfunkbeitrag ab? Die AfD lacht sich ins Fäustchen. Mit Ministerpräsident Reiner Haseloff möchte man nicht tauschen.

          Topmeldungen

          Ein AfD-Mitglied beim Landesparteitag der AfD Rheinland-Pfalz am vergangenen Wochenende

          Vor dem Parteitag : Die AfD trifft sich im Wunderland

          Rund 600 Delegierte wollen auf dem Gelände des einstigen Kernkraftwerks in Kalkar über ein Rentenkonzept debattieren – unter strikter Einhaltung der Maskenpflicht, sonst droht ein Abbruch.
          Im Visier von Aktivisten: Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank aus Wiesbaden.

          Immobilienfinanzierer : Aktivisten machen Druck auf Krisenfirmen

          Die Zahl der Kampagnen von aktivistischen Investoren stieg in den letzten Jahren an. Gerade auf Corona-Verlierer an der Börse kommen sie zu. Warum hat Petrus Advisers die Aareal Bank im Visier?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.