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Alan Michael in Köln : Menschen und Orte in einer neuen Wirklichkeit

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Wiederholungen und Spiegelungen bestimmen aktuell das Werk von Alan Michael. Der schottische Künstler fängt das Leben der Großstadt auf Ölgemälden und in Videoprojektionen ein, die bei der Kölner Galerie Jan Kaps ausgestellt werden.

          Das Leben der Großstadt und ihre Menschen auf der Straße fängt Alan Michael in seiner Ausstellung in der Kölner Galerie Jan Kaps ein – als „People Puzzle“. Dafür macht er sich geschickt einen Umstand zunutze, den die Galerie wohl exklusiv für sich hat: Sie verfügt über gleich zwei, direkt gegenüberliegende Ladenlokale, in denen der 1967 in Glasgow geborene Künstler seine Ausstellung einrichtet und spiegelt.

          Dafür integriert der seit den neunziger Jahren für seinen Fotorealismus bekannte Maler diskret verschiedenste Materialien und Medien in seine Kölner Ausstellung. Bei Jan Kaps zeigt er in beiden Räumen dieselbe Videoprojektion „Visual style and logo“. Zu sehen sind schwarzweiße Fotografien aus Zeiten der Weltwirtschaftskrise in langsamer Abfolge, Zeitungsartikel, dann springt der Fokus zu Großstadtaufnahmen und Bildern der Industrie. Alles schnelllebig und urban, ein Kaleidoskop der Moderne. London mit seinen verschiedenen Gesichtern und Gestalten ist der derzeitige Wohn- und Arbeitsort von Alan Michael, die Metropole bildet den Ausgangspunkt seines Werks. An diesem kosmopolitischen Ort, so der Künstler, werde letztlich jeder Gedanke gedacht, jede Idee ausgesprochen, eben dadurch entwickle sich die Stadt.

          Neben den Videoprojektionen plaziert Michael Bilder in beiden Galerieräumen, in denen er Alltagsmomente gemalt und aus verschiedenen Perspektiven dargestellt hat. Auch in seinen Gemälden geht es um Wiederholung, Spiegelung, Muster, um das Bild im Bild. Damit behauptet er eine Bedeutungsvielfalt nicht nur von den Begebenheiten und Situationen, sondern auch von seinen eigenen Bildern. So zeigt er ein und dieselbe Situation, wie Momentaufnahmen, vom Realismus bis hin zur verpixelten Auflösung der Konturen. Die Malereien „Webcam taped to a wall“, „Expansion“ und „Opening a keyhole to the city“ zeigen dieselben Personen, doch die Charaktere sind durch die Anwendung verschiedener Techniken verfremdet.

          Alan Michael bedient sich der Ästhetiken von Popkultur, Design, Werbung, Magazinen und Musik für seine Arbeiten. Zwanglos und wie gleichgültig gruppiert er Fundstücke aus kunsthistorischen und medialen Quellen in seinen Kompositionen; Textfragmente in seinen Bildern entstammen meist Songs oder Werbetexten, die er durch Wortveränderungen aufbricht. Rhythmus und Muster bleiben, doch die Inhalte ändern sich. Sarkastisch und übertrieben positiv weisen sie auf die Manipulation durch Konsum und Kapitalismus hin. Michael bestimmt

          Über die Identität der von ihm gezeigten Menschen und Orte bestimmt er, indem er sie in eine neue, von ihm geschaffene Wirklichkeit setzt. Seine Bildsprache bewegt sich zwischen Fakten und Fiktion, verschiebt somit die Grenzen des Fotorealismus, um die Macht der Bilderwelt aufzuzeigen. (Preise von 7000 bis 15.000 Euro. Bis zum 26.August.)

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