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Ahrenshooper Kunstauktion : Wie jedes Jahr wieder am Strand

Im Ostseebad Ahrenshoop findet die 46. Kunstauktion statt. Es werden Werke von mehr als hundert Künstlern angeboten.

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          Die 46. Ahrenshooper Kunstauktion findet am 1. August mit 164 Losen von mehr als hundert Künstlern statt. Den Parcours eröffnet ein 1906 entstandener Fernblick auf ein reetgedecktes „Dornenhaus“ von Paul Müller-Kaempff, das 8000 bis 12.000 Euro einspielen soll. Zu den Spitzenwerken zählt das nächtliche Panorama der mecklenburgischen Kleinstadt Schwaan (Taxe 8000/13.500 Euro), das der 1943 in Rostock gestorbene Rudolf Bartels um 1905 als Hommage an seine Vaterstadt malte. Zur gleichen Zeit schuf Elisabeth von Eicken ein Frösteln erzeugendes „Gehöft im Winter“ (4600/6500). Zu den Malerinnen, die ihre Staffelei am Strand aufstellten, gehörte auch die 1867 in Stralsund geborene Elisabeth Büchsel, deren „Rast am Meer“ (2400/3400) von wirkungsvollen Ockertönen lebt. Der koloristisch betörende „Kleine Hafen“ der 1864 geborenen, 1944 in Theresienstadt ermordeten Julie Wolfthorn kann für 1600 bis 2600 Euro erworben werden. Gleich mit vier Arbeiten, darunter ein Exemplar der Radierung „The Gate“ (8500/10.500), ist Lyonel Feininger vertreten. Auch fern von Berlin auf der Jagd nach dem kompromittierenden Sujet hielt George Grosz bei seinem letzten Aufenthalt in Prerow einen korpulenten Kurgast bei der „Massage im Dampfbad“ (8000/14.000) fest, während der Leipziger Maler und Illustrator Max Schwimmer um 1930 eine elegisch blickende „Sommerliebe“ zu Papier brachte (1200/1800).

          Auch nach dem Mauerbau zog es stadtmüde Künstler in die maritimen Regionen der DDR, allen voran die Dresdner: 1963 gelang es Edmund Kesting, großformatig einen „Schwarm“ fliegender Möwen (4600/8500) einzufangen; 1975 bestaunte Max Uhlig am Ufer des Lübkowsees das undurchdringliche Gezweig einer „Großen Weide“ (2200/3200). Dem Nachlass des 1986 gestorbenen Hans Kinder entstammen vier Mischtechniken, darunter die kühn abstrahierten „Fischer“ aus den sechziger Jahren (3200/4600). Auch der vom Kunstmarkt favorisierte Norbert Bisky steuert eine Kleinigkeit aus früheren Jahren bei, sein Aquarell „Du schaffst den Durchbruch“ soll 3000 bis 4000 Euro bringen. Die Bildhauerei ist schwächer vertreten, etwa mit Wieland Försters Betonguss einer kauernd in Schlaf gesunkenen Aktfigur (1200/2400) oder mit der Bronze „Mongolischer Karren mit Yak“ (3800/6500) von Jo Jastram, als Kulturfunktionär der DDR 1977 umstrittener Teilnehmer der sechsten Documenta in Kassel.

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