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„Achenbach Art Auction“ : Das wird ein Season Sale der sehr speziellen Art

Der Kunstberater Helge Achenbach sitzt in Haft. Aus seinem Lager versteigert Van Ham tausende Werke in der „Achenbach Art Auction“. Sie waren gedacht für die unendlich kahlen Flure von Villen und Banken.

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          Die Causa Helge Achenbach hat monatelang die Gemüter nicht nur der Kunstwelt erregt. Der Mann, der jahrelang die Bezeichnung Kunstberater erfolgreich für sich gepachtet zu haben schien, stürzte über manipulierte Provisionen für einige Kunden aus seiner finanzkräftigen Klientel. Im März wurde er in einem Strafprozess in Essen wegen Betrugs zu sechs Jahren Haft verurteilt; jetzt sitzt er im Gefängnis. Gegen das Urteil hat Achenbach Revision beantragt. Derweil sollen aber schon seine Gläubiger - ihre Forderungen belaufen sich auf vierzig bis fünfzig Millionen Euro - bedient werden aus der Insolvenzmasse, die maßgeblich aus dem Fundus der Achenbach Kunstberatung GmbH besteht. Den Zuschlag für die Versteigerung erhielten Sotheby’s in London und das Kölner Auktionshaus Van Ham.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Unter dem Titel „Achenbach Art Auction“ finden vier Veranstaltungen bei Van Ham statt, drei davon vom 17. bis zum 19. Juni in Achenbachs Depot und im einstigen Atelier von Thomas Ruff in Düsseldorf-Heerdt, eine vierte am 20. Juni im Kölner Haus von Van Ham. Die erste Tranche umfasst rund 1600 Lose, in denen ungefähr zweitausend Stücke zusammengefasst sind; die zweite Tranche besteht aus 120 Positionen mit meist höherwertigen Werken des Bestands. Die Gesamtschätzung liegt, großräumig und vorsichtig genug, bei drei bis 4,5 Millionen Euro. Keineswegs handelt es sich um die Liquidierung einer Sammlung, vielmehr um die Auflösung eines Lagers, das eben Kunst für allfällige Ausstattung von Firmenfluren, Büros oder, im repräsentativen Format, Empfangsbereichen bereithielt. Womit übrigens nichts gegen so manche der Arbeiten gesagt sein soll. Vor allem sind das Zeichnungen, Graphiken, Fotografien und Objekte, deren Taxen in Düsseldorf bei fünfzig Euro beginnen.

          Wer wird wohl bieten?

          Wer also sucht, kann finden, nur zum Beispiel Blätter und Bronzen von Walter Dahn (von 200 Euro an) oder Pigment- und Wachsarbeiten von Herbert Hamak (von 1500 Euro an), Arbeiten des Zero-Manns Heinz Mack (von 300 Euro an) oder Kleinformate der Porträtfotografien von Thomas Ruff aus den achtziger Jahren (400/600 Euro). Achenbachs Schwerpunkt lag im Rheinland, ein Heros darunter ist Jörg Immendorff: Allein 59 seiner bronzenen Affen, manche zum „Malerstamm“ gehörend, tummeln sich, von Lebensgröße bis zum Handtaschenformat, im Katalog für Düsseldorf (von 1500 bis 25.000 Euro).

          Neun weitere Immendorff-Primaten bereichern dann auch die Kölner Offerte (von 10.000 Euro an), an deren Spitze Gotthard Graubners graues, zwei mal zwei Meter großes „Trampolin“-Kissenbild von 1971 firmiert, mit 80.000 bis 120.000 Euro. Eine knapp 4,5 Meter breite, unbetitelte Wandinstallation Imi Knoebels aus demselben Jahr steht für grade mal 40.000 bis 60.000 Euro bereit (und nicht nur da ist die Frage gestattet, welche Galeristen sich am Bietgeschehen beteiligen werden). Es gibt drei kleine, in Öl überarbeitete Offsets von Gerhard Richter (40.000/60.000), aber vielleicht sind elf kleine Gemälde von Daniel Richter mindestens genauso interessant (von 2000 Euro an), oder elf Fotoarbeiten von Thomas Struth (von 4000 Euro an).

          Doch, diese „Achenbach Art Auction“ könnte spannend werden. Allerdings nicht der Herkunft der Kunstwerke wegen.

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          Unser Autor: Martin Benninghoff

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