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Kunstmarkt : Gemalter Berg von Paul Cézanne erklimmt eigenen Wert-Gipfel

  • Aktualisiert am

Das Gemälde „Montage Sainte-Victoire“ von Paul Cézanne kletterte in New York auf einsamen Wertgipfel.

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          Ein Bild des französischen Malers Paul Cézanne (1839 - 1906) ist am Montagabend in New York zum Rekordpreis von 38,5 Millionen Dollar (84,5 Millionen Mark) versteigert worden. Bei dem Werk handelt es sich um das Landschaftsbild „La Montagne Sainte- Victoire“ (1888-1890). Das Gemälde stammt aus der berühmten Berliner Sammlung des Kunstmäzens Heinz Berggruen.

          Wie die New Yorker Niederlassung des Auktionshauses Phillips de Pury & Luxembourg mitteilte, war es der höchste Preis, der jemals für ein Landschaftsbild Cézannes erzielt wurde, und der zweithöchste für ein Werk des Künstlers überhaupt. Sein Schätzwert hatte zwischen 35 und 45 Millionen Dollar gelegen. Berggruen hatte „La Montagne Sainte-Victoire“ 1982 von dem griechischen Schiffsmagnaten George Embiricos erworben.

          Phillips Garantie

          Phillips-Vorstand Simon de Pury bestätigte der „New York Times“, dass sein Haus Berggruen eine feste Summe für den Verkauf der sieben Bilder zugesagt hat. „Phillips hat in der Tat die Garantie für die Berggruen-Sammlung übernommen, so verfahren andere Auktionshäuser auch“, sagte de Pury.
          „Aber wir nennen keine Details. Kursierende Zahlen sind reine Spekulation“. Experten gehen davon aus, dass Berggruen unabhängig von dem Ergebnis der Auktion wenigstens 120 Millionen Dollar (264 Millionen Mark), vielleicht aber auch mehr erhält.

          Neben „La Montagne Sainte-Victoire“ wurden vier weitere Cézanne-Gemälde aus der Sammlung des gebürtigen Berliners versteigert. Das Ölbild „Allee von Chantilly I“ (1888) ging für 9,35 Millionen Dollar (20,57 Millionen Mark) an einen anonymen Käufer, ebenfalls unter dem geschätzten Wert von 10 bis 15 Millionen Dollar. „Mädchen mit Puppe“ (1902 - 1904) wechselte für 16,5 Millionen Dollar (36,3 Millionen Dollar) den Besitzer.

          Van Gogh für Getty

          Außerdem wurden die Bilder „Herbstgarten“ und „Weizenernte vor der Stadt Arles“ von Vincent van Gogh in New York zum Verkauf angeboten. Das Getty-Museum erwarb das zweite Werk, „Weizenernte vor der Stadt Arles“ aus Tinte und rotem Stift auf Papier, für 4,4 Millionen Dollar (9,68 Millionen Mark), wiederum im unteren Bereich des Schätzwertes. Die insgesamt 41 Lose des Abends brachten über 124 Millionen Dollar ein.

          Berggruen hatte die Bilder Anfang des Jahres an das französische Auktionshaus Phillips, de Pury & Luxembourg verkauft. Er hatte die Kunstwerke von der Schenkung seiner Sammlung an die Bundesrepublik Deutschland und Berlin ausgenommen, um damit seine Erben auszuzahlen. Dieser Schritt war notwendig geworden, nachdem der Bund nicht den von Berggruen geforderten Betrag von rund 600 Millionen Mark für die gesamte Kollektion aufbringen konnte. Für den Kauf der rund 200 Bilder, darunter Werke von Picasso, Matisse und Klee, hatten der Bund und Berlin 253 Millionen Mark bezahlt.

          Der 1914 in Berlin geborene Heinz Berggruen war 1936 in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Erst 1944 war er nach Europa zurückgekehrt, wo er sich in Paris niederließ. In Berlin trägt ein Museum seinen Namen, in dem Werke aus seiner bedeutenden Sammlung der Kunst des 20. Jahrhunderts ausgestellt sind.

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