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Kunstfestival in Saudi-Arabien : Intellektuelle üben den Spagat

  • -Aktualisiert am

Dschidda Saison: Historische Gebäude als Lichtkunstobjekte Bild: Nora Derbal

Zur Dschidda Saison in Saudi-Arabiens liberalster Stadt dürfen erstmals internationale Besucher anreisen. Bei Konzerten, Theater und Straßenkunst herrscht größere Offenheit als sonst. Aber die Regeln dafür sind unklar.

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          Jahrzehntelang galt Saudi-Arabien für Nichtmuslime als verschlossenes Land. Doch Anfang Juni verkündete der Konsortialführer Raed Abu Zinada, der mit der Ausrichtung der „Dschidda Saison“ beauftragt wurde, bei einem Pressetermin, mit dem Kauf eines Veranstaltungstickets über die staatliche Website sharek.sa bekämen Staatsbürger aus den meisten Ländern der Europäischen Union für umgerechnet knapp 80 Euro per E-Mail innerhalb von wenigen Minuten ein Visum für den Besuch Saudi-Arabiens. Bereits 2018 hatte Saudi-Arabien im Rahmen einer Automobilsportveranstaltung in der Nähe von Riad einmalig Touristenvisa ausgestellt. Damals war die Resonanz gering. Dieses Mal locken über 150 kulturelle Veranstaltungen in vier Bezirken von Dschidda, der liberalsten Stadt Saudi-Arabiens.

          Die Dschidda Saison zeigt den radikalen gesellschaftlichen Wandel, der sich in diesen Tagen in Saudi-Arabien vollzieht. „Das ist wie die Frage mit dem Ei und dem Huhn“, erklärt ein Besucher des Stadtfestivals, „wir werden keine Antwort darauf finden, ob die neue saudische Regierung die Menschen zur Öffnung und Modernisierung drängt oder lediglich auf die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre reagiert und mehr Öffnung erlaubt.“

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