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Kunstfahndung : Wanted: Francis Bacon, gemalt von Lucian Freud

  • -Aktualisiert am

Bacon (von Freud), verzweifelt gesucht Bild:

Mit Plakaten fahndet der Maler Lucian Freud in Berlin nach einem 1988 gestohlenden Porträt, das seinen Freund Francis Bacon zeigt.

          Am Montag werden in ganz Berlin 2.100 Plakate aufgehängt. Sie zeigen eine schwarz-weiße vergrößerte Abbildung eines Porträts des Malers Francis Bacon aus der Hand seines Kollegen Lucian Freud - und darüber einen großen roten Schriftzug „WANTED“.

          Freud hatte das Bild in drei Monaten Ende 1951/Anfang 1952 gemalt. „Portrait of Francis Bacon“ wurde im Mai 1988 aus einer Lucian-Freud-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie in Berlin am helllichten Tage gestohlen. Das Bild hing an einer für diese Schau zusätzlich eingebauten Wand, die nicht an das Alarmsystem angeschlossen war, sagte der heutige Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster: „Es muss in Sekunden abgeschraubt worden sein. Da es sehr klein ist, konnte man es gut unter der Kleidung oder im Katalog verstecken.“

          300.000 Mark Belohnung

          „Die schwarz-weiße Abbildung soll die Trauer von Freud um das Gemälde ausdrücken“, sagte der Direktor der Tate Gallery, Nicholas Serota, in Berlin. Tate Gallery und British Council haben die Fahndungsaktion, die vom Künstler unterstützt wird, per Plakat initiiert. Das gesuchte Bild soll 2002 in einer großen Werkschau mit Arbeiten Freuds in der Londoner Tate Gallery gezeigt werden.

          Auf dem Poster ist auch eine Berliner Telefonnummer angegeben, unter der Hinweise zur Wiedererlangung des Gemäldes entgegen genommen werden. Die Belohnung dafür beträgt 300.000 Mark, gestiftet von einem privaten Bewunderer Freuds. Strafrechtlich ist der Diebstahl inzwischen verjährt.

          Sowohl Serota als auch Schuster schließen nicht aus, dass sich das Gemälde noch immer in Berlin befindet: „Es ist denkbar, dass es von jemandem wie eine Ikone behandelt wird. Vorstellbar ist auch, dass sich diese Person in einer besonderen Beziehung zu Freud, Bacon und auch zu Berlin befindet“, sagte Schuster.

          Gegenseitige Hommage

          Das Gemälde zeigt einen in sich gekehrten, nachdenklichen Mann, der der Welt in diesem Moment entrückt scheint. Serota nennt das nur 17,8 Zentimeter mal 12,8 Zentimeter große Porträt das bedeutendste in dieser zeitlichen Periode und eines der wichtigsten im 20. Jahrhundert überhaupt. „Freud und Bacon waren sehr enge Freunde. Das Porträt ist eine gegenseitige Hommage. In der Retrospektive kann kein anderes Gemälde seinen Platz einnehmen.“

          Freud wurde 1922 in Berlin geboren und lebte mit seiner jüdischen Familie am Matthäikirchplatz im Bezirk Tiergarten. Ganz in der Nähe steht heute die nach Entwürfen von Mies van der Rohe errichtete Neue Nationalgalerie. Der Vater Ernst Freud, ein Architekt, war der jüngste Sohn des Psychoanalytikers Sigmund Freud. Die Familie von Lucian Freud emigrierte 1933 nach England. Freud und Bacon freundeten sich in den 40er Jahren an. Auch Bacon verband viel mit Berlin. In den Goldenen 20er Jahren hatte er sich in und von der Stadt für seine eigene Malkunst inspirieren lassen. Er starb 1992.

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