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Kunstbiennale : Goldener Löwe von Venedig für Thomas Schütte

  • Aktualisiert am

Schüttes „Große Geister” im Düsseldorfer Ständehaus Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Die Auszeichnung als bester Künstler bei der Biennale in Venedig geht an einen Deutschen: Der Bildhauer und Grafiker Thomas Schütte, bekannt durch Skulpturen wie „Große Geister“, erhält den Goldenen Löwen.

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          Der deutsche Bildhauer und Grafiker Thomas Schütte hat bei der Biennale in Venedig (siehe auch: Die 51. Kunstbiennale von Venedig) den Goldenen Löwen als bester Künstler der internationalen Ausstellung erhalten.

          Als beste Nachwuchskünstlerin unter 35 Jahren wurde Regina José Galindo aus Guatemala für ihre Video-Performances ausgezeichnet. Der Löwe für den besten Länderbeitrag geht an den Pavillon aus Frankreich. Das gaben die Veranstalter auf einer Pressekonferenz am Freitag bekannt. Die Preise werden am Abend verliehen.

          Große Geister

          Der 1954 in Oldenburg geborene Schütte wurde mit fiktiven Architekturmodellen bekannt. Mittlerweile formt er deren Phantasie-Bewohner nach: „Große Geister“ etwa, Wulstfiguren aus Bronze oder riesige Frauenakte, die von einer so sinnlichen wie freundlichen Welt zeugen.

          Schüttes „Große Geister” im Düsseldorfer Ständehaus Bilderstrecke

          Der Künstler arbeitet bewußt mit der Formlosigkeit. An die Stelle des antiken Ideals sind breitbeinig dastehende Flegel getreten, die die Arme in die Luft strecken, grimassieren, die Zunge zeigen oder einfach herumlungern. Diese Monster leben auf großem Fuß und riskieren die dicke Aluminiumlippe. Eine metallisch erstarrte Körperwelt wie aus der Disco. Ganz offensichtlich eine Anti-Antike. Das gigantische Nichts, strahlend poliert.

          Schüttes Werk lebt von Sprüngen, Material- und Formatwechseln. Es zeigt einen unruhigen, zerrissenen Künstler, der mit großer Kraft auf die Gegenwart losgeht. Er riskiert viel. Er wagt sich bis zum Ekelhaften vor, versetzt seine bissigen Arbeiten mit Kitsch und schwarzem Humor. Aber er zögert auch nicht, Züge unzerstörter Schönheit aufzunehmen.

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