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Zum Tod von Cornelius Gurlitt : Er wollte nur in seine Wohnung zurück

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Der NS-Raubkunstschatz, den man im Februar 2012 in seiner Münchner Wohnung fand, machte ihn über Nacht bekannt. Jetzt ist der Kunstsammler Cornelius Gurlitt im Alter von 81 Jahren gestorben. Seine Sammlung soll angeblich ins Ausland gehen.

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          Der Mann, dessen Sammlung vergangenes Jahr in der deutschen Kunstlandschaft ein Beben auslöste, von dem sie sich bis heute nicht erholt hat, ist am Dienstagvormittag im Alter von 81 Jahren verstorben. Wie sein Sprecher Stephan Holzinger mitteilen ließ, war es der Wunsch von Cornelius Gurlitt, in seine Schwabinger Wohnung zurückzukehren, die er wegen einer schweren Herzoperation hatte verlassen müssen. Er starb dort im Beisein seines Arztes und seines Pflegers.

          Wer war Cornelius Gurlitt, der in den Medien „das Phantom“ hieß? Als im November 2013 bekannt wurde, dass die Augsburger Staatsanwaltschaft seine etwa 1280 Werke umfassende Sammlung beschlagnahmt hatte, verwandelte sich Gurlitt über Nacht in einen der meist gejagten Prominenten der Welt. „Nazi-Schatz“ lautete die internationale Schlagzeile, gezeigt wurden Bilder von Matisse, Chagall, Dix oder Liebermann. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass Teile der Sammlung unter Verdacht stünden, Raubkunst zu sein. Das erste Foto, ein Schnappschuss im Supermarkt, zeigte einen älteren Herren mit weißem Haar, durchscheinend wie ein Geist. „Freiwillig gebe ich nichts zurück, nein, nein,“ zitierte ihn kurz darauf das Wochenmagazin „Der Spiegel“. Anfang des Jahres teilte ein Anwalt von Gurlitt mit, die Aussage habe sich nicht auf die Raubkunst bezogen. Wenig später wurde bekannt, dass in Gurlitts Salzburger Haus weitere sechzig Werke lagerten, darunter Werke von Manet, Monet und Renoir.

          Wer sich ein Bild von Cornelius Gurlitt machen wollte, wurde immer wieder überrascht. Die Nachrichten überschlugen sich, aus dem Fall Gurlitt wurde ein Skandal, ein Rechtsstreit, ein Politikum, ein Abgrund, aus dem die nationalsozialistische Vergangenheit hervorquoll. Die Münchner und Salzburger Sammlung hatte nicht Cornelius Gurlitt, sondern sein Vater zusammengetragen, Hildebrand Gurlitt, der 1956 starb und als einer der führenden Kunsthändler im Nationalsozialismus gilt. Wie konnte eine solche Sammlung verborgen bleiben? Wie viel wusste Cornelius Gurlitt über deren Herkunft?

          Wie es scheint, hat Cornelius Gurlitt, der 1932 in Hamburg geboren wurde, nie eine Ausbildung abgeschlossen oder einen Beruf ausgeübt. Das Kunstgeschichtsstudium brach er ab. Er scheint von den Einkünften gelebt zu haben, die ihm Verkäufe aus der Sammlung einbrachten. Zuletzt wurde bekannt, dass er seine Sammlung zurückerhalten solle. Im Gegenzug wurde der Fortgang der Provenienzrecherchen vereinbart und die „faire und gerechte Lösung“ für sämtliche Fälle von NS-Raubkunst.

          Laut Medienberichten soll Gurlitt seine gesamte Bildersammlung einer Kunsteinrichtung im Ausland vermacht haben. In seinem Testament soll er vor seiner Herzoperation verfügt haben, dass die Sammlung zusammenbleiben müsse.

          Trotzdem wird auch nach seinem Tod die Sammlung die Politik weiter beschäftigen. Der zuletzt vorbildliche Umgang damit wird ein Maßstab für die deutschen Museen sein. Die möglichen Antworten von Cornelius Gurlitt auf die offenen Fragen allerdings werden nun für immer bei ihm bleiben.

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