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Anbau des Sauerland-Museums : Die Hoffnung starb sofort

Der Neubau des Sauerland-Museums von „Bez + Kock“ in Arnsberg Bild: Brigida Gonzalez

Bewegend privat: Der neue Erweiterungsbau des Sauerland-Museums in Arnsberg eröffnet mit August Macke. Einige wenige Bilder sind von ihm zu sehen.

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          „Ganz nah“ – das heißt als Titel dieser Ausstellung nicht nur das Selbstverständliche, nämlich dass man rare Kunst im Original vor die Augen bekommt, sondern auch dass man ihrem Urheber hier auch persönlich ganz nahe kommt. Nicht zuletzt dadurch, dass dieser Urheber, der Maler August Macke, aus der sehr nahen Umgebung stammt. Gerade einmal 25 Kilometer sind es vom Sauerland-Museum in Arnsberg bis zu Mackes Geburtsstadt Meschede.

          Nun ist Macke im allgemeinen Bewusstsein vor allem mit Bonn verbunden, wohin seine Familie 1900 umzog, als der Sohn dreizehn Jahre alt war, und wo sich heute das Macke-Haus befindet. In Meschede hatte er nur knapp mehr als ein Lebensjahr verbracht, zwischenzeitlich wohnten die Mackes noch in Köln. Eine tiefere Bindung zu seiner sauerländischen Geburtsstadt gab es für Macke nicht; er kehrte nur ein einziges Mal, 1913, dorthin zurück, und die Wiederbegegnung war keine glückliche. Zeit für eine etwaige Revision seines Urteils war ihm aber auch gar nicht vergönnt; er starb bereits anderthalb Jahre später, am 26. September 1914, als Soldat an der Westfront. Der kunstgeschichtlich prominenteste Sohn des Sauerlands blieb er.

          Mackes „Sonniger Weg“, 1913

          Historisch bedingter Status

          Dass der spektakuläre neue Erweiterungsbau des Sauerland-Museums nun mit einer Macke-Schau eröffnet wird, ist somit nur konsequent. Und natürlich ein Gewinn für das Prestigeprojekt der Stadt. Arnsberg, eine Stadt von knapp 75.000 Einwohnern, ist in den Genuss eines Budgets von 13,5 Millionen Euro für den Umbau seines Museums deshalb gekommen, weil es den historisch bedingten Status als Sitz einer von nun fünf nordrhein-westfälischen Bezirksregierungen genießt, die immerhin das halbe Ruhrgebiet verwaltet, darunter ungleich größere Städte wie Dortmund oder Bochum. Ehedem hatten hier die Kurbischöfe von Köln in luftiger Höhe auf einem Bergrücken über dem Ruhrtal eine Sommerresidenz unterhalten, und der Kernbau des Museums, das barocke Palais „Landsberger Hof“, wurde 1605 für die Mätresse eines dieser ach so erzkatholischen Kirchenfürsten geschaffen.

          Zum Sauerland-Museum wurde das Gebäude 1937, also in politisch dubioser Zeit, was das Haus heute durch eine markante Dauerausstellungsabteilung zur sauerländischen NS-Zeit zu kompensieren sucht. Platz für Sonderschauen ist dadurch in den beengten Palaisräumlichkeiten gar nicht mehr gegeben, also wurde am Abhang zur Ruhr ein dreistöckiger Turmbau zu Arnsberg errichtet: streng kubisch modern, fast fensterlos, eine Art Kunstfestung in hellbraunem Travertin. Und mit drei Sälen im Inneren, die der beim Abstieg immer größer werdenden Fläche nach als „Arnsberg“, „Sauerland“ und „Westfalen“ benannt sind. Zusammen bilden sie den neuen Sonderausstellungsbereich, eine kleine Heimatwelt.

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