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Streit um Museumsstandort : Muss Käthe Kollwitz raus?

Käthe Kollwitz hätte sich wohl nie gedacht, dass das ihr gewidmete Museum in der Berliner Fasanenstraße nun um seinen Standort kämpfen muss. Bild: Picture-Alliance

Eigentlich sollte der Streit um den Standort des Berliner Käthe-Kollwitz-Museums beendet sein. Wenn es nach dem Kultursenator Klaus Lederer geht, bleibt alles dort, wo es war. Wo soll aber das neue Exil-Museum hin?

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          Die Mitarbeiter und Freunde des Käthe-Kollwitz-Museums in der Berliner Fasanenstraße müssten nun eigentlich durchatmen und sich auf das große Jubiläum, den 150. Geburtstag der Künstlerin, konzentrieren können. Zu Wochenbeginn hatte Berlins Kultursenator Klaus Lederer im Kulturausschuss einen bizarren Museumsstreit de facto für beendet erklärt.

          Regina Mönch

          Freie Autorin im Feuilleton.

          Das Kollwitz-Museum ist eine private Institution, die seit mehr als dreißig Jahren im schönen Haus unweit des Kurfürstendamms untergebracht ist. Die Immobilie gehört dem Gründer der Villa Grisebach, Bernd Schultz, der mit einer mäzenatisch niedrigen Miete bisher zur Sicherung der Existenz des Museums beitrug. Das 1871 errichtete vornehme Haus war übrigens in den achtziger Jahren, wie auch das benachbarte Literaturhaus und die Villa Grisebach, von engagierten Berliner Bürgern vor dem Abriss gerettet worden, zuungunsten einer Autostraße.

          Ersatzdomizil in Berlin-Neukölln

          Aber Bernd Schultz gehört auch zu den aktivsten Unterstützern eines geplanten (privaten) multimedialen Exil-Museums in der Hauptstadt. Das hätte er wohl gern, so stand es in den Zeitungen, in seinem Haus untergebracht. Also raus mit Käthe Kollwitz? Große Aufregung, zumal das angebotene Ersatzdomizil zwar mitten in Berlin-Neukölln liegt, aber weitab von den Touristenströmen. Und Touristen sind es vor allem, die das Kollwitz-Museum in großer Zahl besuchen. Eine vertrackte Situation: Für das Sichtbarmachen der Exilgeschichte die Kunst von Kollwitz ins Abseits schicken? Geht eigentlich nicht. In der „Berliner Zeitung“ war kurz darauf zu lesen, hier handele es sich wohl um eine „spontane Überschwangsidee“. Und André Schmitz, vormals Kulturstaatssekretär in Berlin und ebenfalls großer Unterstützer des geplanten Exil-Museums, versicherte noch diplomatisch, man suche nach einem neuen Standort. Trotzdem grummelt es weiter, es würde für die Kollwitz-Sammlung ein anderer Standort gebraucht, das Museum möge sich darum kümmern, noch sei ja Zeit.

          All diesen Ungewissheiten versuchte jetzt der Kultursenator ein Ende zu machen, indem er – so schrieb es die „Morgenpost“ – vor den Abgeordneten versicherte, die Rochade sei vom Tisch: „Es ist nicht der beste Start für ein Museum, ein anderes dafür von seinem Standort zu vertreiben.“ Die Kulturbehörde gehört zu den Förderern des Kollwitz-Museums, Einfluss auf die Mietverhältnisse hat sie nicht. Lederer steht nun zumindest im Wort, auch für das Exil-Museum, das er bei der Suche nach einem „angemessenen Ort“ unterstützen wolle.

          Virtuelles Exil-Museum in Frankfurt

          Die im Zusammenhang mit der Neugründung eines Exil-Museums immer wieder beschworene „Leerstelle in der Museumslandschaft“ wird im kommenden Jahr in Frankfurt am Main weiter aufgefüllt, einmal abgesehen vom existierenden Nussbaum-Haus in Osnabrück, dem Literaturarchiv Marbach oder dem Kunstmuseum Solingen und anderen. In Frankfurt wird dann an der Deutschen Nationalbibliothek die erste Dauerausstellung des Deutschen Exilarchivs eröffnet – vierhundert Quadratmeter Fläche und eigene Räume für Wechselausstellungen. Denn außer der großen eigenen Sammlung mit Dokumenten, Briefen, Nachlässen und Artefakten sollen auch thematische Ausstellungen das große Thema beleuchten.

          An der Nationalbibliothek ist seit 2013 das virtuelle Museum „Künste im Exil“ angesiedelt, um das herum sich seitdem ein großes Netzwerk von Kunst- und Kulturinstituten aus Deutschland, Israel, Österreich, der Schweiz und den Vereinigten Staaten gebildet hat; alle arbeiten mit dem Thema Kunst und Künstler im Exil und verfügen über vielfältige eigene Sammlungen.

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