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Einbruch ins Grüne Gewölbe : Sachsens größte Eroberungen waren Kunstschätze

Sind sie verloren? Objekte aus der aufgebrochenen Vitrine Bild: Deutscher Kunstverlag

Der Glanz versöhnte mit der Geschichte: Was der Einbruch ins Grüne Gewölbe für die Dresdner Seele, die mit dem Ausradieren der eigenen Geschichte so schreckliche Erfahrungen gemacht hat, bedeutet.

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          Wer ins Historische Grüne Gewölbe will, der muss seit dessen Wiedereröffnung im Jahr 2006 durch eine Staubschleuse, die mittels Unterdruck das Einschleppen von Schmutz verhindert. Man glaubte sich als Besucher keine besser behütete Schatzkammer vorstellen zu können, und das macht den Schock über den akribisch ausgeführten, aber offenkundig recht simpel geplanten Einbruch vom gestrigen Montag besonders groß.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Nun ist vollständige Sicherheit an keinem Ort der Welt zu haben, auch und gerade nicht im Dresdner Residenzschloss, dem großartigsten Rekonstruktionsprojekt dieses Landes. Das Grüne Gewölbe wurde nach dem Wiederaufbau des Westflügels abermals genau dort untergebracht, wo es früher seinen Platz hatte: im Erdgeschoss – ein Geschenk für die gestrigen Einbrecher, die durch ein Fenster kamen und gingen. Aber hätte man der Sicherheit wegen die historische Überlieferung missachten sollen? Wer das Grüne Gewölbe noch in seinem Nachkriegs-Interimsquartier im nahen Albertinum besucht hat, der weiß, dass die Aura der Objekte von der ihres authentischen Raumes untrennbar ist.

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