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Rückgabe der Benin-Bronzen : Ein Fall von Verschleppung

Raubkunst-Bronzen aus Benin in Westafrika im November 2018 im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe Bild: Picture-Alliance

Schon 1972 bemühte sich Nigeria um die Rückgabe der Benin-Bronzen. Die Reaktion damals macht die enttäuschten Hoffnungen, die jahrzehntelangen Demütigungen und den Frust einst bittender, heute fordernder Staaten besser nachvollziehbar. Ein Gastbeitrag.

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          Die wertvollen Benin-Bronzen sollen das Herzstück des Humboldt-Forums werden. Doch jetzt fordert Nigerias Botschafter erstmals öffentlich deren Rückgabe“, hieß es vor wenigen Tagen im Berliner „Tagesspiegel“. Kurz zuvor hatte der nigerianische Botschafter Yusuf Tuggar auf Twitter wissen lassen, dass er eine offizielle Restitutionsforderung bei der Bundesregierung eingereicht habe. Manch einer konnte sich des Gedankens nicht erwehren, dass da feines Taktieren betrieben wurde: Sechs Tage vor Eröffnung des Forums in Berlin suchte Nigeria mediale Aufmerksamkeit. Doch eigentlich – auch das war dem „Tagesspiegel“ zu entnehmen – liegt die nigerianische Forderung schon seit 2019 auf dem Tisch. Hätten die betroffenen Stellen in Berlin rechtzeitig und angemessen darauf reagiert, hätte sich die Bundesrepublik „eine Blamage“ ersparen können. Nun sei es aber zu spät.

          Es ist in der Tat sehr spät. Ein Menschenleben spät. Denn der erste Versuch Nigerias, einige der wertvollen Benin-Bronzen aus Berlin zurückzuerhalten, datiert von 1972. Das lehrt ein Blick in die Verwaltungsakten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Damals schon versuchte Lagos über den Direktor der nigerianischen Antikenbehörde, den prominenten Archäologen Ekpo Eyo, aus Berlin und weiteren Städten Europas einige Dauerleihgaben für ein neu zu gründendes Museum in Benin City zu erhalten. Kurz zuvor hatte der Internationale Museumsrat die Museen weltweit aufgefordert, „mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln (Schenkungen, Leihgaben, Dauerleihgaben )“ die Herkunftsländer zu unterstützen. Gemeint waren vor allem jene Staaten, die um 1960 ihre Unabhängigkeit von den europäischen Kolonialmächten erlangt hatten und nun den Link zur eigenen Kultur suchten.

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