https://www.faz.net/-gqz-9mry8

Biennale Venedig : Wenn die Kunst unter Wasser gerät

Als sollte es ein Bild von Pollock werden: Der Roboter der chinesischen Künstler Sun Yuan und Peng Yu im Hauptpavillon wirft mit blutroter Farbe um sich. Bild: AFP

Der Staudamm im deutschen Pavillon und ein Roboter, der ein Farbmassaker anrichtet: In Venedig zeigt die Biennale, wie die Kunst die Welt im Jahr 2019 sieht. Ein erster Rundgang.

          4 Min.

          Es goss in Strömen bei der Eröffnung dieser Biennale, auf dem Markusplatz liefen die Pfützen zu Seen zusammen. In den engen Gassen des Castello blieben die Gäste der Luxushotels mit ihren überdimensionierten Luxusregenschirmen hängen und zerrten wütend an den verkeilten Gestängen, andere stülpten sich Plastiktüten über die Schuhe und Mäntel über die Köpfe.

          Niklas Maak

          Redakteur im Feuilleton.

          Den seltsamsten Regenschutz schien aber eine Person im deutschen Pavillon zu tragen – eine Art grauen Ballon, der den ganzen Kopf verhüllte und die Personen aussehen ließ wie einen zweibeinigen Kometen. Das Ding auf dem Kopf war aber kein Regenschutz, sondern Teil des Auftritts der Künstlerin Natascha Sadr Haghighian, die in diesem Jahr den deutschen Pavillon bespielt und sich hierfür den loriothaften Kunstnamen Süder-Happelmann gegeben hat: Denn der ist das, was halbintelligente Suchmaschinen, überforderte Algorithmen und schwerhörige deutsche Amtspersonen aus ihrem persischen Namen machen. Man kann diese Umbenennung, genau wie ihren Steinkopf aus Pappmaché, als Versuch lesen, im Jahr der großen Gesichtserkennungsdebatte Fragen zu Identität, Zwangsintegration und Privatheit zu stellen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          F.A.Z. PLUS:

            F.A.Z. digital

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Spurensuche: Mit Bodenradar und Schaufeln haben Ermittler jetzt auch die Hügel hinter dem Haus der Verdächtigen durchkämmt.

          Verschwundene Studentin : Auf Podcast folgt Mordverdacht

          Rund 25 Jahre nach dem Verschwinden einer Studentin in Kalifornien steht ein ehemaliger Kommilitone unter Mordverdacht – und der gerät nicht zum ersten Mal ins Blickfeld der Polizei. Zur Spur führte ein Podcaster.