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Tolkien-Ausstellung in Oxford : Fühlen wie Frodo

Als liefe man wie ein Hobbit durch mythische Wälder, Täler und Schluchten: Die Bodleian Library in Oxford versteckt einen Zugang zu Mittelerde. Bild: dpa

Wie eine Phantasiewelt glaubwürdig gemacht wird: Eine Ausstellung in der Bodleian Library führt in die Welt von Mittelerde, die der langjährige Oxforder Professor J.R.R. Tolkien entwarf.

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          Wie betritt ein Sterblicher das geographische Gefilde des Märchenlands?“ J.R.R. Tolkien hat bei der Beantwortung dieser selbstgestellten Frage darauf verwiesen, dass sein Symbol für den Übergang von einer Welt zur anderen der Wald sei, jene „Regionen, die noch von menschlicher Tätigkeit frei sind“. In der Bodleian Library von Oxford betreten Besucher der Ausstellung über den Schöpfer des Phantasiereichs Mittelerde dessen Kosmos durch das von Bäumen flankierte Westtor, das im Romanzyklus „Der Herr der Ringe“ in die unterirdische Zwergenstadt Moria führt.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Lichtprojektionen geben in vielfach vergrößerten Dimensionen nicht nur die silbrigen Linien der bloß bei Sternen- oder Mondlicht sichtbaren Türen von Durin wieder, wie sie der Autor selbst mit sparsamen Umrissstrichen gezeichnet hat, sondern auch dessen penibel gestaltete Landkarten von Mittelerde: Der Besucher schreitet in dem schmalen dunklen Eingangsflur auf der Darstellung des fiktiven Georaums, als wanderte er wie Frodo durch mythische Wälder, Täler und Schluchten. Wunderliche Musik und die bewegten kartographischen Lichtbilder, die einem den Boden unter den Füßen wegzuziehen scheinen, lösen die Grenzen zwischen der Wirklichkeit und Tolkiens Sekundärwelt auf, deren enorme Resonanz in der Ausstellung unter anderem durch Bewunderungsbriefe namhafter Kollegen wie des Dichters W.H. Auden und der Schriftstellerin und Philosophin Iris Murdoch belegt wird.

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