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Museen und Rassismus : Eine Zumutung, eine geschmacklose Provokation

  • -Aktualisiert am

Die Kuratorin des Museums für Angewandte Kunst Mahret Kupka und der Sammlungsleiter Gegenwartskunst im Städel Martin Engler Bild: Frank Röth

Das Frankfurter Städel präsentiert Georg Herolds Gemälde „Ziegelneger“ und provoziert damit Empörung und Protest. Zeit für ein Streitgespräch zwischen der Kuratorin Mahret Kupka und dem Sammlungsleiter Martin Engler.

          8 Min.

          Der Anlass für unser Gespräch ist die Debatte um Georg Herolds Bild „Ziegelneger“, das 1981 entstanden ist. Herr Engler, Sie sind der Leiter der Sammlung Gegenwartskunst im Städel Museum. Wie kam es dazu, ein Bild mit einem solchen Motiv und Titel in der neuen Sammlungspräsentation zu zeigen?

          Martin Engler: Eines der wichtigen Themen im Städel war in den letzten Jahren die kunsthistorische Einordnung der Malerei der 1980er Jahre. Das Bild haben wir zum ersten Mal im Sommer 2015 in einer großen Ausstellung zur Malerei der achtziger Jahre gezeigt. Danach hat der damalige Besitzer es dem Museum geschenkt. In der Künstlergeneration, der Herold angehörte, stößt man immer wieder auf ein bewusst provokantes, ironisches, aber auch distanziertes Spielen mit der Frage, ob Politik ein Thema in der Malerei sein kann. An dem jetzt diskutierten Bild hat uns interessiert, dass es da nur zum Teil reinpasst. Man merkt, dass es eben nicht nur oberflächlich provokant sein will. Das Thema war dem Künstler ein persönliches Anliegen.

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