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Stahlbildhauer Lechner tot : Er brachte das härteste Material in Form

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Im Jahr 2011 wurde ihm die Bayerische Verfassungsmedaille verliehen: Alf Lechner. Bild: dpa

Was keinen Widerstand biete, interessiere ihn nicht, sagte der Bildhauer Alf Lechner. Seine Stahl-Skulpturen stehen an vielen öffentlichen Plätzen. Jetzt ist der Künstler im Alter von 91 Jahren gestorben.

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          Der Stahlbildhauer Alf Lechner ist tot. Der Künstler sei am Samstag im Alter von 91 Jahren in Dollnstein gestorben, teilte die Stadt Ingolstadt am Montag mit. Mit ihm verliere Ingolstadt eine „herausragende Künstlerpersönlichkeit“. Die Skulpturen des vielfach ausgezeichneten Bildhauers zieren unter anderem das Münchner Maximilianeum, die Alte Pinakothek und den Flughafen in München. Die Trauerfeier für Lechner soll am Sonntag im Lechner Museum in Ingolstadt stattfinden.

          Als einen der bedeutendsten deutschen Stahlbildhauer würdigte Simone Schimpf, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst in Ingolstadt, den Künstler. „Dem tonnenschweren Stahl hat er alles nur Denkbare abgerungen und immer wieder die Grenzen des Machbaren überwunden.“ Lechner habe eine „einzigartige, in sich stimmige Formen- und Materialsprache hinterlassen“.

          Das Einfache ist das Komplizierte

          „Mein ganzes Lebensziel ist die Einfachheit. In der Einfachheit steckt so viel Kompliziertes, dass man gar nicht einfach genug sein kann“, sagte der Künstler einmal. Am 17. April 1925 war Lechner in München auf die Welt gekommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verdiente der gelernte Schlosser seinen Lebensunterhalt zunächst als Industriedesigner. Seine ersten abstrakten Stahlskulpturen fertigte er quasi im Nebenberuf.

          Erst als er genügend Geld verdient hatte, wagte Lechner den Sprung in die freie Künstlerexistenz. Seine erste Ausstellung hatte er 1968. Von 1970 an folgten großformatige Skulpturen, welche zunehmend an öffentlichen Orten auch in Deutschland zu sehen waren. Lechners künstlerisches Motto war: „Was keinen Widerstand bietet, interessiert mich nicht.“

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