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Hauptstädtische Kulturpolitik : Das große Berliner Symboldesaster

Oben spielt man Preußens Gloria nach, in der Mitte kippelt es ordentlich, ganz unten geht man baden: Berliner Kulturpolitik auf einen Nenner gebracht. Bild: ZB

Das Schloss ist da, aber leer, die Wippe kommt, über das geplante Museum der Moderne wird gestritten: Wer entscheidet, was wichtige Kunst ist und in welchen Bildern sich eine Gesellschaft erkennt? Eine Besichtigung der Berliner Kultur.

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          Vor einigen Tagen ließ Rafael Horzon, der in Berlin ein Möbelunternehmen betreibt und von einigen Medien für Erfindungen wie die „Galerie Berlintokyo“ oder das Modelabel „Gelée Royale“ als Neo-Dadaist gefeiert wurde, seine Anwälte einen Brief an Wikipedia schicken. Darin wird die Internet-Enzyklopädie unter Strafandrohung aufgefordert, in seinem Eintrag die Bezeichnung „Künstler“ zu streichen: Er sei „Unternehmer und möchte auch nur als solcher bezeichnet werden, weil die Bezeichnung als ,Künstler‘ die Ernsthaftigkeit meiner Arbeit als Unternehmer infrage stellt und damit geschäftsschädigend ist“.

          Niklas Maak

          Redakteur im Feuilleton.

          Es gibt in Berlin zwar vermutlich immer noch mehr Unternehmer, die gern als Künstler gefeiert würden, als welche, die juristisch dagegen vorgehen – aber vielleicht ist Horzon auch Teil einer Avantgarde, für die das Image von „Kunst“ endgültig gekippt ist.

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