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Runde Bauform : Die Herren der Ringe

Wie das Steuerteil eines iPod: Apple Headquarters in Cupertino Bild: Reuters

Schluss mit eckig: Wie kommt es, dass immer mehr Gebäude die Form von Kreisen und Donuts annehmen – und was verrät die neue Architektur mit dem Loch in der Mitte über unsere Zeit?

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          Jede Epoche bringt eine Bauform hervor, die ihren Sehnsüchten und Obessionen eine Form gibt. Im Klassizismus war das der antikisierende Tempel, der sich von Süden bis nach Skandinavien und ins damals dörfliche Berlin verbreitete und noch dem letzten nordischen Halbbären das Gefühl gab, ein griechischer Archont zu sein. In der Hochmoderne war es der Wolkenkratzer, der weithin sichtbar wie ein stählernes Ausrufezeichen vom Expansionswillen seiner Erbauer kündete.

          Auch heute werden zwar noch Wolkenkratzer gebaut, aber meist als Ausdruck des schlechten Geschmacks provinzieller Autokraten belächelt, die in ihren Wüsteneien einen auf Hongkong oder Manhattan machen wollen. In Manhattan selbst, dem Epizentrum aller vertikalen Modernephantasien, ruft niemand Geringeres als Bürgermeister de Blasio zum Kampf gegen die Glastürme auf: Hochhäuser seien der größte Verursacher von Treibhausgasemissionen, sie dienten nur der Selbstdarstellung – und „sich selbst Monumente errichten, die unserer Erde schaden und unsere Zukunft bedrohen, das wird in New York City nicht länger erlaubt sein“, polterte de Blasio im April.

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