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Elfriede Lohse-Wächtler : Künstlerin unter Todgeweihten

In den zwanziger Jahren war sie auf der Höhe ihres Schaffens: Elfriede Rose-Wächtler um 1928. Bild: Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

Elfriede Lohse-Wächtler wurde von den Nazis in der Psychiatrie ermordet. Was sie vor der Einweisung schuf, prophezeite eine große Karriere. Ihre Werke aus der Anstalt sind erschütternde Zeugnisse des Euthanasie-Programms.

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          Sie zeichnete Menschen am Rand der Gesellschaft, die Beiseitegedrängten, Weggesperrten und schließlich Todgeweihten, zu denen sie selbst gehörte: Als Elfriede Lohse-Wächtler, damals eine aufstrebende junge Künstlerin im Umfeld des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit, im Jahr 1929 zum ersten Mal einen Nervenzusammenbruch erlitt und in die Hamburger Staatskrankenanstalt Friedrichsberg eingeliefert wurde, floss ihre ganze Schaffenskraft in die zeichnerische Dokumentation des Anstaltslebens, in Porträts ihrer meist weiblichen Mitpatienten und ihrer selbst.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Rasch wurde sie als geheilt entlassen, fand den Weg zurück in die Galerien, und Kritiker feierten ihre Werkgruppe der „Friedrichsberger Köpfe“: ausdrucksstarke Konterfeis in reduzierter Formensprache, getragen von einem Mitgefühl im fundamentalen Sinn, einer schauenden Annäherung, die im leidenden Gegenüber das eigene Selbst erkennt.

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