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Rohe Kunst : Wenn Außenseiter zum Pinsel greifen

  • -Aktualisiert am

Outsider Art ist angesagt wie selten zuvor. Woher rührt das neuerwachte Interesse an den Außenseitern des Betriebs – und wen lohnt es zu entdecken? Ein Überblick.

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          Es ist nicht so einfach, zu begründen, warum Kunst gut ist oder nicht – aber immerhin gibt es ein paar Argumente, über die man sich streiten kann. Schwieriger ist es schon, zu begründen, ob etwas überhaupt Kunst ist. Wer darf entscheiden, was Kunst ist? Der Künstler selbst? Oder ist das Ganze von einer Zulassung zu Kunsthochschulen, Galerien oder anderen Institutionen abhängig? Umgekehrt können auch Dinge zu Kunst erklärt werden, die von ihren Erschaffern gar nicht als solche gemeint waren. Aber ist eine Dekoration, die Lucas Cranach der Ältere im Dienst des Kurfürsten für ein Fest am Hof bastelte, „ein Cranach“, der ins Museum gehört? Ist Spielzeug, das Daniel Richter für seinen Sohn zusammenklebt, eine Skulptur von Daniel Richter?

          Die sogenannte Outsider Art – ein Begriff, den 1945 der französische Künstler Jean Dubuffet prägte – setzt genau bei solchen Fragen zwischen Drinnen und Draußen an. Unter dem Titel Outsider Art firmieren künstlerische Arbeiten von Menschen, die eigentlich keinen Platz im sozialen System der Kunst haben. Das können Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen sein, aber auch Gesunde, die außerhalb des Kunstbetriebes stehen. In diesem Sommer befassen sich auffallend viele Institutionen mit solchen Künstlern, die entweder lange unentdeckt waren oder gar nicht als Künstler galten.

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