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Restitution von Raubkunst : Ohne Scham und ohne Bedenken

  • -Aktualisiert am

Dem Residenzschloss in Dresden fehlen zwei Gemälde von Louis de Silvestre. Sie hängen in Florida. Bild: ZB

Das Thema der Raubkunst betrifft immer wieder auch die Alte Welt: Nach 1945 schmuggelte eine Deutsche zahlreiche Gemälde nach Amerika und verkaufte sie im großen Stil. Was soll aus ihnen werden?

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          Ein großes Ereignis steht der Stadt Dresden im Jahr 2019 bevor: Zum dreihundertsten Hochzeitstag zwischen dem sächsischen Kurprinzen Friedrich August, dem Sohn Augusts des Starken und der habsburgischen Kaisertochter Maria Josepha im Frühherbst sollen die Paradezimmer des Dresdner Schlosses wiederhergestellt sein. Die in der Bombennacht vom 13. Februar 1945 vollständig vernichteten Vorzimmer, der Thronsaal und das Paradeschlafzimmer werden für 34,4 Millionen Euro wieder entstehen. Eines der prunkvollsten Raumkunstwerke soll „originalgetreu“ wieder als ein Herzstück des zerstörten Residenzschlosses erlebbar sein.

          In einem fast heroisch zu nennenden Aufwand hat man unter anderem Wandbehänge und Bettvorhänge neu weben lassen, sogar zwei große Deckengemälde des sächsischen Hofmalers Louis de Silvestre werden rekonstruiert. Originale freilich sind nach dem Inferno 1945 nicht viele vorhanden. Zwei Gemälde von Louis de Silvestre allerdings, sein „Perseus rettet Andromeda vor dem Seeungeheuer“ von 1719 und „Thetis in der Schmiede des Vulkan“ von 1721 könnten der wiedererstandenen Ruhmesgalerie Augusts des Starken Glanz verleihen. Nur hängen die Bilder leider im Museum of Fine Arts in Floridas Sunshine City Saint Petersburg. Sie gehören zu den zahlreichen Beutestücken des großen Kunstraubes 1945.

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