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Restaurierte Romanik in Frankfurt : Zur Zierde und Splendeur der Stadt

  • -Aktualisiert am

Wie alle Großstädte baut sich Frankfurt ohne Rücksicht auf Verluste zum Dienstleistungs-Mekka um. Mit der Restaurierung des romanischen Saalhofs liefert man nun aber ein Meisterwerk der Denkmalpflege.

          Wie viel Magie eine alte Mauer ausstrahlt. Zum Beispiel die an Frankfurts „Schöner Aussicht“ hoch über dem Main: ockerfarbene, von Hand gesetzte Bruchsteine, dicht an dicht. Dazwischen roter Mainsandstein, schwarzer Basalt. Am oberen Rand ragen drei abgerundete Quader nach vorn; Auflager für Balken. Wie helles Geäder sprenkelt kristalliner Mörtel die Steinlagen - Farbenspiele wie von Alten Meistern oder heutigen Modisten.

          Was berührt mehr? Die Kunst, mit der hier vor Jahrhunderten Maurermeister zu Werke gingen? Die Beharrlichkeit, mit der das Gemäuer Kanonen, Bomben und Presslufthämmern standgehalten hat? Die Aura von Geschichte? Lange wird die Wand - die Brandmauer des Hauses, in dem der Philosoph Arthur Schopenhauer lebte - nicht mehr zu sehen sein. Wie 2011 der Hausstumpf mit dem Fenster des Schopenhauerschen Arbeitszimmers wird auch sie nun dem Neubau eines Hotels geopfert; zurzeit baut man die Tiefgarage, deren Beton bereits die hier aufgefundenen Reste der gotischen Stadtbefestigung unter sich begraben hat.

          Der ewige Vorreiter beim Abriss

          So wie 2011 kein Appell, das Schopenhauer-Fenster in die Hotelfassade einzubeziehen, fruchtete, wird nun jede Anregung, die Brandmauer zum Blickfang des künftigen Foyers zu machen, auf taube Ohren stoßen: Gegen den stumpfen Pragmatismus profit- und praxisorientierten Bauens und den Druck des aktuellen „Städterankings“ kommt nichts an.

          Mit Ausnahme einiger Investoren, denen die Zugkraft historischer Gemäuer ins Auge sticht, bewahren derzeit nur noch engagierte Privatleute oder Stiftungen alte Bauten - und Kommunen, wenn sie per Gesetz dazu verpflichtet sind. Selbst Frankfurt, der ewige Vorreiter beim Abriss, besinnt sich zuweilen seiner Sorgfaltspflicht. So geschehen beim Um- und Neubau des Historischen Museums, dessen erste Etappe, die Sanierung der Altbauten, kürzlich mit deren Wiedereröffnung zu Ende ging.

          Malerische Neoromanik

          Dutzende Nutzungswechsel haben die Baugruppe am Mainufer zum faszinierenden Konglomerat der Generationen und Stile geformt: Blickfang ist der „Rententurm“ von 1454, ein stämmiger Vierkant mit Eckquadern und steilem Spitzhelm, an dem verschieferte Sechseck-Erker sitzen. Den ehemaligen Hauptturm der mainseitigen Stadtmauer umfasst das „Bernus-Palais“, ein 1715 zur „Zierde und Splendeur der Stadt“, wie seine Bauherren sagten, errichteter Patriziersitz. Vor seiner mit einem Volutengiebel prunkenden Westseite steht eine zierliche rotsandsteinerne Zollstation von 1840 mit Zinnen, Basaltbögen und einem auf steinerne Fratzen gestützten Erker, der beim Abbruch des nahen gotischen Fahrtors geborgen wurde; Mittelalter, inszeniert mit der Nostalgie der Spätromantik.

          Parallel zum Main ragt triumphal die Schauseite des Bernusbaus; drei Geschosse mit dreizehn üppig skulptierten Fensterachsen und zwei weiteren Giebeln. Es folgt der Burnitzbau von 1842 mit einem geböschten Sockel aus dunklem Basalt, darüber in Lichtgrau drei Geschosse mit Bogenfenstern, zwischen ihnen schlanke Pilaster, darüber reihen sich Rundfenster, gekrönt von einem opulenten Würfelfries und mauresken Zinnen.

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